Leonardos Burlington-House-Karton mit Maria, dem Christuskind, Anna und dem Johannesknaben Kunstdrucke bei Amazon kaufen

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von
Tom Gurney BSc (Hons) ist seit über 20 Jahren Experte für Kunstgeschichte
Erstellt am 22. September 2026 / Aktualisiert am 22. September 2026
E-Mail: tomgurney1@gmail.com / Telefon: +44 7429 011 000

Der Burlington-House-Karton

Leonardos Burlington-House-Karton gehört zu den eindrucksvollsten erhaltenen Renaissancezeichnungen. Sein vollständiger Titel in der National Gallery lautet Die Jungfrau und das Kind mit der heiligen Anna und dem Johannesknaben. Der gebräuchliche Name stammt von Burlington House, dem Londoner Gebäude, in dem das Blatt während seiner Zugehörigkeit zur Royal Academy of Arts ausgestellt war [1] [3]. Heute befindet es sich unter der Inventarnummer NG6337 in der National Gallery, London [1].

„Cartoon“ bezeichnet hier keinen modernen Comic. In der Kunstgeschichte ist ein Karton eine Zeichnung in Originalgröße als Vorbereitung für ein Gemälde oder ein anderes großes Werk. Leonardos Blatt ist ungewöhnlich, weil es offenbar nicht zur direkten Übertragung verwendet wurde. Die National Gallery hält es wahrscheinlich für eine Präsentationszeichnung: einen großen, weit ausgearbeiteten Entwurf, der möglichen Auftraggebern auch als eigenständiges Kunstwerk gezeigt werden konnte [1].

Die Zeichnung zeigt vier Figuren in einer dichten, innig verbundenen Gruppe. Maria sitzt auf dem Schoß ihrer Mutter Anna. Das Christuskind wendet sich seinem jungen Vetter Johannes dem Täufer zu. Johannes lehnt an Annas Schoß, während Christus sein Kinn berührt [1]. Anna blickt zu Maria und zeigt nach oben; die National Gallery verbindet die Geste mit Christi Göttlichkeit [1].

Auf einen Blick

  • KünstlerLeonardo da Vinci
  • Vollständiger TitelDie Jungfrau und das Kind mit der heiligen Anna und dem Johannesknaben („Burlington-House-Karton“) [1]
  • Geläufiger NameBurlington-House-Karton
  • DatierungUm 1506–1508 [1]
  • Technik und TrägerKohle und weiße Kreide auf Papier, auf Leinwand aufgezogen [1]
  • Maße141,5 × 104,6 cm [1]
  • SammlungNational Gallery, London [1]
  • InventarnummerNG6337 [1]
  • FunktionPräsentationszeichnung in Originalgröße, nicht für die Übertragung durchstochen oder eingeritzt [1]
  • Erwerb1962 mit Sonderzuschuss, Beiträgen und öffentlichem Spendenaufruf erworben [1]

Inhalt

  1. Einführung
  2. Auf einen Blick
  3. Was ist der Burlington-House-Karton?
  4. Die Gruppe der heiligen Familie
  5. Zeichenmaterial und Technik
  6. Datierung, Zweck und Auftraggeber
  7. Verhältnis zum Anna-Gemälde im Louvre
  8. Provenienz und der Name Burlington House
  9. Erhaltung und Restaurierung
  10. Warum der Karton bedeutend ist
  11. Kommentierte Details

Kommentierte Details der Jungfrau und des Kindes mit Anna und dem Johannesknaben

Die kommentierte Ansicht lässt den Burlington-House-Karton als zusammenhängende monumentale Zeichnung erkennen und hebt zugleich die übereinanderliegenden Köpfe, Gesten und Kinder hervor, die seine Gruppe so komplex machen.

Kommentierte Ansicht von Leonardos Zeichnung der Jungfrau und des Kindes mit Anna und dem Johannesknaben 1 2 3 4

Details der JUNGFRAU UND DES KINDES MIT ANNA UND DEM JOHANNESKNABEN

Nahsicht auf die Einzelheiten, die diese Zeichnung strukturieren, ohne das Werk mit den Grenzen seiner Reproduktionen zu verwechseln.

1

Maria und das Kind

Marias sich drehender Körper und die Bewegung des Christuskindes bilden den Mittelpunkt des Kartons.

Detail von Maria und dem Kind in Leonardos Burlington-House-Karton
2

Annas Gesicht

Annas Kopf verankert den oberen Bildbereich und gibt der Gruppe ihre ruhige, behütende Präsenz.

Detail von Annas Gesicht in Leonardos Burlington-House-Karton
3

Johannes der Täufer als Kind

Der junge Johannes schließt das Andachtsdreieck rechts unten.

Detail des Johannesknaben in Leonardos Burlington-House-Karton
4

Hände und Gewandfalten

Hände, Knie und Falten zeigen, wie Leonardo einzelne Figuren zu einer durchgehenden Gestaltung verbindet.

Detail der Hände und Gewandfalten in Leonardos Burlington-House-Karton

Was ist der Burlington-House-Karton?

Die Eckdaten der National Gallery bilden den sichersten Ausgangspunkt. Der vollständige Titel lautet Die Jungfrau und das Kind mit der heiligen Anna und dem Johannesknaben („Burlington-House-Karton“) [1]. Der Künstler ist Leonardo da Vinci. Das Blatt entstand um 1506–1508. Es wurde mit Kohle und weißer Kreide auf Papier gezeichnet, das auf Leinwand aufgezogen ist. Es misst 141,5 × 104,6 cm und trägt die Inventarnummer NG6337 [1].

Diese Angaben korrigieren mehrere verbreitete Missverständnisse. Das Werk ist eine Zeichnung, kein Gemälde. Es ist ein Karton im Sinn der Renaissancewerkstatt und keine humoristische Druckillustration. Sein großes Format hängt mit der Größe eines geplanten Gemäldes zusammen. Burlington House gab ihm seinen Namen nicht, weil Leonardo dort arbeitete, sondern weil es dort ausgestellt war, als es zur Sammlung der Royal Academy gehörte [3].

Der lange offizielle Titel bewahrt das genaue Thema, der kürzere Burlington-House-Name die Geschichte des Blattes. Beide sind nützlich: Der eine nennt die Dargestellten, der andere erklärt, wie die Zeichnung in London berühmt wurde.

Der Karton gehört selbstverständlich zu Leonardos Zeichnungen, ist aber mehr als ein Studienblatt. Er ist ein öffentlicher Entwurf in großem Maßstab. Kleine Skizzen halten die Suche eines Künstlers im Notizbuch fest; diese Zeichnung macht die Erfindung monumental.

Ein gewöhnlicher Übertragungskarton verschwindet oft hinter dem fertigen Werk, bei dessen Entstehung er hilft. Leonardos Blatt verlangt eine andere Betrachtung. Weil die Umrisse weder durchstochen noch eingeritzt sind und die Modellierung sorgfältig ausgeführt wurde, lässt es sich als ausgearbeiteter Vorschlag statt als wegwerfbares Werkstattwerkzeug verstehen [1]. Es zeigt, was ein Gemälde werden könnte, und bleibt dennoch selbst ein bedeutendes Objekt.

Die Gruppe der heiligen Familie

Die Komposition vereint Maria, ihre Mutter Anna, das Christuskind und den jungen Johannes den Täufer. Leonardo ordnet sie nicht als vier voneinander getrennte Andachtsfiguren an. Er verschränkt sie körperlich und gefühlsmäßig. Jede Figur antwortet auf eine andere; die gesamte Gruppe wird zu einer einzigen Bewegung der Aufmerksamkeit.

Die National Gallery betont die körperliche Nähe der Gruppe. Maria sitzt auf Annas Schoß, während Christus sich Johannes zuwendet [1]. Die kleine Handlung hält die heilige Szene lebendig. Leonardo zeigt das Christuskind nicht als isoliertes Zeichen, sondern gibt ihm Bewegung, Berührung und antwortende Energie.

Anna ist die ruhigste und zugleich bestimmendste Gestalt. Ihr Blick ist tief, ihr Gesicht weich modelliert, und ihr erhobener Finger weist über die unmittelbare Familiengruppe hinaus. Diese Geste gibt der Zeichnung ihre theologische Spannung. Die Figuren sind zärtlich miteinander verbunden, doch Annas Hand erinnert an die heilige Bestimmung des Kindes.

Die verschränkte Struktur erklärt, weshalb das Blatt so vollständig wirkt, obwohl es eine Zeichnung bleibt. Die emotionale Logik ist bereits vorhanden. In den Neigungen, Blicken und Berührungen der Körper lassen sich Nähe, Verwandtschaft, Offenbarung und künftiges Opfer erkennen.

Zeichenmaterial und Technik

Die National Gallery gibt als Technik Kohle und weiße Kreide auf Papier an, das auf Leinwand aufgezogen ist [1]. Diese Verbindung erlaubte Leonardo eine große Spannweite von Tonwerten. Die Zeichnung besteht nicht nur aus Linien, sondern ist mit Licht und Schatten modelliert. Nach Museumsangaben stehen dicht schraffierte Partien helleren Flächen gegenüber, um räumliche Körper zu erzeugen, besonders in Gesichtern und Gewändern [1].

Der Hinweis zu Raum 51a ergänzt eine wichtige materielle Tatsache: Der Karton besteht aus acht Papierbögen [3]. Blätter dieser Größe gab es zu Leonardos Zeit nicht; die monumentale Fläche musste zusammengesetzt werden. Diese Konstruktion erklärt sowohl den Ehrgeiz als auch die Verletzlichkeit des Objekts.

Die National Gallery verbindet Leonardos verschwimmende Umrisse mit dem Sfumato, jener rauchigen Wirkung, die er auch in Gemälden verwendete [1]. Um die Augen verstärkt die Unschärfe den Blick der Figuren und stützt seine Vorstellung, dass inneres Denken oder seelische Regungen durch Gesichtsausdruck sichtbar werden sollten [1].

Die Technik zeigt zugleich, wie Leonardo einer Zeichnung ohne Farbe die Autorität eines Gemäldes geben konnte. Kohle schafft Masse und Schatten, weiße Kreide hebt die Lichter hervor, und die Verbindungen der Papierbögen gehören zum körperlichen Maßstab des Werkes. Seine materielle Konstruktion lässt sich deshalb von seiner bildlichen Überzeugungskraft nicht trennen.

Der Karton verbindet Leonardos Zeichnungen mit seinen Gemälden. Er ist keine farbige Tafel, denkt aber bereits wie ein Bild. Gesichter, Gewänder und Schatten schaffen eine psychologische Atmosphäre, die Leser aus Werken wie der Felsgrottenmadonna kennen könnten.

Datierung, Zweck und Auftraggeber

Datierung und Zweck des Kartons werfen seit Langem Fragen auf. Laut National Gallery wurde er traditionell um 1499–1500 angesetzt, teilweise weil Giorgio Vasari einen 1501 in Florenz gezeigten Leonardo-Karton beschrieb, der große Menschenmengen anzog [1]. Aufgrund technischer und stilistischer Belege hält das Museum heute etwa 1506–1508 für wahrscheinlicher, als Leonardo in Mailand arbeitete [1].

Diese spätere Datierung verändert den Rahmen. Die heilige Anna und Johannes der Täufer verweisen auf Florenz, wo beide besonders verehrt wurden [1]. Die National Gallery erwägt, dass Leonardo die Zeichnung in Mailand anfertigte und als Vorschlag für ein Altarbild im Saal des Großen Rates im Florentiner Palazzo della Signoria, heute Palazzo Vecchio, einreichte [1].

Der Palazzo-della-Signoria-Kontext ist wichtig, weil Leonardo dort bereits an der Schlacht von Anghiari arbeitete. Die National Gallery hält fest, dass er ab 1503 im Saal mit dem Schlachtenwandbild beschäftigt war und der Karton mit der nicht verwirklichten oder veränderten Geschichte dieser Florentiner Auftragsumgebung verbunden sein könnte [1].

Die sicherste Formulierung bleibt deshalb bedingt. Der Karton wurde wahrscheinlich nicht zur mechanischen Übertragung genutzt und könnte als Präsentationszeichnung für einen möglichen Auftraggeber gedient haben. Nicht jedes Detail des Auftrags ist damit geklärt. Seine Stärke liegt zum Teil darin, dass er einen Vorschlag dokumentiert und keinen abgeschlossenen Vertrag.

Verhältnis zum Anna-Gemälde im Louvre

Der Burlington-House-Karton ist eng mit Leonardos umfassender Beschäftigung mit Maria, Kind und Anna verbunden, aber nicht identisch mit dem Louvre-Gemälde Anna selbdritt. Die National Gallery merkt an, dass Maria auch auf der um 1503 begonnenen Louvre-Tafel nahe ihrer Mutter sitzt, die endgültige Bildlösung jedoch anders ausfällt [1] [4].

Im Louvre-Gemälde greift Maria nach dem Christuskind, das mit einem Lamm spielt. Im Burlington-House-Karton nimmt der junge Johannes der Täufer dessen Platz als Begleiter des Kindes ein [1]. Das ist kein kleiner Unterschied. Das Lamm lenkt das Louvre-Bild unmittelbarer auf Christi künftiges Opfer; Johannes gibt der Londoner Zeichnung einen besonderen Bezug zu Florenz.

Der Vergleich zeigt, dass Leonardo zu einem Bildproblem der heiligen Familie zurückkehrte, statt sich einfach zu wiederholen. Verwandtschaft, Prophezeiung und Bewegung erforschte er an verschiedenen Figurengruppen. Der Londoner Karton bewahrt eine Lösung in Originalgröße, das Louvre-Gemälde eine andere in Öl.

Der Karton sollte daher nicht bloß als Vorstufe des Louvre-Bildes behandelt werden. Das Londoner Blatt besitzt ein eigenes Thema, eine eigene materielle Identität, eine Datierungsfrage und eine Ausstellungsgeschichte. Es ist mit dem Louvre-Werk verbunden, geht aber nicht in ihm auf.

Provenienz und der Name Burlington House

Die Provenienzangaben der National Gallery zeichnen eine lange und komplexe Besitzgeschichte nach. Nach Leonardos Tod ging der Karton vermutlich zuerst an Francesco Melzi, danach an Bernardino Luini und Pompeo Leoni. 1614 erwarb ihn Galeazzo Arconati; später kam er in den Besitz der Familie Sagredo in Venedig [1].

John und Robert Udny kauften die Zeichnung 1762. Spätestens 1779 gehörte sie zur Sammlung der Royal Academy, 1868 zog sie nach Burlington House um, und 1962 erwarb sie die National Gallery [1]. Diese institutionelle Geschichte erklärt, warum ihr geläufiger Name untrennbar mit ihrer Zeit in London verbunden ist.

Der Name Burlington-House-Karton gehört somit zur neueren Londoner Geschichte des Werks. Burlington House war das Gebäude der Royal Academy, in dem die Zeichnung vor ihrer Übernahme durch die National Gallery ausgestellt wurde [3]. Der Name bezeichnet weder das Thema noch einen von Leonardo gewählten Titel. Als historischer Beiname unterscheidet er dieses Blatt von anderen Anna-Kompositionen.

Der Erwerb von 1962 war kein gewöhnlicher Ankauf. Die National Gallery hält fest, dass Sondermittel, Beiträge und ein öffentlicher Spendenaufruf ihn ermöglichten [1]. Eine gemeinsame Anstrengung trug dazu bei, das bedeutende Blatt in einer nationalen Sammlung zu bewahren.

Erhaltung und Restaurierung

Zur neueren Geschichte des Kartons gehört eine schwere Beschädigung. Das Technical Bulletin der National Gallery dokumentiert die Restaurierung nach einem Schusswaffenangriff im Jahr 1987 [2]. Die Untersuchung behandelt zunächst Geschichte und Materialien des Kartons, dann die Restaurierungsmaßnahmen und schließlich Papier, Oberflächenbeschichtung und Zeichenmaterialien [2].

Diese Geschichte ist wichtig, weil das Blatt materiell bereits sehr komplex ist. Die große Zeichnung besteht aus verbundenen Papierbögen, die später auf Leinwand aufgezogen wurden; Träger und Ausstellungsbedingungen veränderten sich im Lauf der Zeit. Wer nur die anmutige heilige Gruppe sieht, übersieht einen Teil der Objektgeschichte.

Der Restaurierungsbericht reduziert das Werk nicht auf seinen Schaden. Er zeigt, wie Konservierung eine empfindliche Zeichnung wieder lesbar machen kann. Glättung, Arbeiten am Träger, Wiederanbringung von Fragmenten und technische Untersuchung gehören zur neueren Geschichte des Kartons [2].

Die Erhaltungsgeschichte verstärkt auch die emotionale Wirkung des Objekts. Leonardo schuf ein monumentales Bild aus verletzlichen Materialien. Dass es überdauerte, beschädigt und restauriert wurde und weiter gezeigt wird, macht den Karton zugleich zum Kunstwerk und zum Zeugnis seiner Pflege.

Deshalb sollte man den Karton nicht allein nach einer Reproduktion beurteilen. Er ist ein vielschichtiges materielles Objekt: Papier, Verbindungsstellen, Kohle, Kreide, Leinwandträger, Oberflächenbeschichtung, Schäden, Reparaturen und Präsentation. Das veröffentlichte Bild vermittelt Leonardos Gestaltung; die konservatorischen Quellen erklären, weshalb das Blatt zugleich als selten erhaltener materieller Zeuge verstanden werden muss.

Warum der Karton bedeutend ist

Der Burlington-House-Karton ist wichtig, weil er Leonardos Denken im Maßstab eines späteren Werks bewahrt. Er ist weder eine kleine Notiz zu einem künftigen Gemälde noch ein fertiges Altarbild oder das erhaltene Fragment einer Wandgestaltung. Er ist ein vollständiger Entwurf im Medium der Zeichnung.

Besonders deutlich zeigt er, wie Leonardo das Zeichnen zugleich als Erfindung, Argument und Präsentation nutzen konnte. Blätter wie der Vitruvianische Mensch und die Handstudie belegen andere Seiten seiner zeichnerischen Intelligenz; das Burlington-Blatt unterscheidet sich durch Format und gesellschaftlichen Zweck. Es ist eine Zeichnung, die überzeugen soll.

Der Karton wird bisweilen als unvollendet beschrieben, doch ohne Erklärung kann das irreführend sein. Manche Bereiche bleiben offen, und kein endgültiges Gemälde folgt ihm unmittelbar. Als Präsentationszeichnung ist er dennoch weit ausgeführt. Gesichter, Tonübergänge und ineinandergreifende Gesten sind so entwickelt, dass das Blatt als eigenständiges Werk überzeugt.

So betrachtet ist der Burlington-House-Karton kein zweitrangiges Werk, das erst durch ein verlorenes Gemälde gerechtfertigt würde. Er zählt zu Leonardos bedeutendsten erhaltenen zeichnerischen Aussagen: ein monumentales Blatt, in dem familiäre Nähe, theologische Bedeutung, Werkstattpraxis und materielle Überlieferung zusammenkommen. Es steht neben Werken, deren Entstehungsprozess sichtbar bleibt, etwa der Anbetung der Könige und dem Heiligen Hieronymus in der Wildnis, hat aber eine ganz eigene Größe.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Burlington-House-Karton?
Es ist Leonardos große Zeichnung von Maria, dem Christuskind, Anna und dem Johannesknaben in der National Gallery. Sie entstand wahrscheinlich als Präsentationszeichnung in Originalgröße.
Warum heißt er Burlington-House-Karton?
Der Beiname stammt vom Gebäude, in dem die Zeichnung als Teil der Sammlung der Royal Academy of Arts ausgestellt war, bevor sie in die National Gallery kam.
Ist der Burlington-House-Karton eine Zeichnung oder ein Gemälde?
Es ist eine Zeichnung aus Kohle und weißer Kreide auf Papier, das auf Leinwand aufgezogen ist. In der Renaissance bezeichnet Karton einen Entwurf in Originalgröße für ein größeres Werk.
Wann schuf Leonardo den Burlington-House-Karton?
Die National Gallery datiert ihn auf etwa 1506–1508, weist aber darauf hin, dass ältere Überlieferungen ihn mit einem früheren Florentiner Karton verbanden.
Wo befindet sich der Burlington-House-Karton heute?
Er befindet sich unter der Inventarnummer NG6337 in der National Gallery in London.

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Quellen

  1. National Gallery, London, „Leonardo da Vinci, The Burlington House Cartoon, about 1506–8, NG6337“, offizieller Objekteintrag., abgerufen am 28. Juli 2026.
  2. *National Gallery Technical Bulletin*, Harding, Braham, Wyld und Burnstock, „The Restoration of the Leonardo Cartoon“, Restaurierungsstudie., abgerufen am 28. Juli 2026.
  3. National Gallery, London, „Room 51a: The Burlington House Cartoon“, offizieller Saalhinweis., abgerufen am 28. Juli 2026.
  4. Musée du Louvre, „La Vierge, l’Enfant Jésus et sainte Anne, dit La Sainte Anne“, offizieller Eintrag zum eigenständigen Louvre-Gemälde., abgerufen am 28. Juli 2026.