Benois-Madonna von Leonardo da Vinci: Maria bietet dem Jesuskind eine Blume an. Kunstdrucke bei Amazon kaufen

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von
Tom Gurney BSc (Hons) ist seit über 20 Jahren Experte für Kunstgeschichte
Erstellt am 22. September 2026 / Aktualisiert am 22. September 2026
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Die Benois-Madonna

Das als Benois-Madonna bekannte Gemälde zählt zu den frühen Madonnenbildern Leonardo da Vincis und zu den beiden Leonardo-Gemälden, die seit Langem mit der Staatlichen Eremitage in Sankt Petersburg verbunden sind. Es heißt auch Madonna mit Kind und Blumen oder Madonna mit einer Blume: Diese Titel lenken den Blick auf den kleinen, aber wichtigen Gegenstand zwischen Maria und dem Jesuskind. [2] [3]

Der verlässlichste Ausgangspunkt ist der digitale Sammlungseintrag der Eremitage mit der Werk-ID 29908. [1] Weil dieser dynamische Eintrag bei statischem Zugriff nicht immer gut lesbar ist, werden die wichtigsten Objektdaten mit unmittelbar zugänglichen amtlichen und der Eremitage nahestehenden Quellen abgeglichen. Ein französischer Leihgabenerlass für die Leonardo-Ausstellung des Louvre 2019 nennt das Werk Madonna mit Kind, auch Benois-Madonna, von Leonardo da Vinci, um 1478–1480, Öl auf Holz, auf Leinwand übertragen, 49,5 × 33 cm, Inventar ГЭ-2773, im Besitz der Staatlichen Eremitage. [4]

Schon diese Angaben erklären die Bedeutung des Bildes. Die Benois-Madonna ist klein im Format, aber kunsthistorisch gewichtig. Sie entstand, als Leonardo die Gewohnheiten der Florentiner Werkstatt hinter sich ließ und eine natürlichere, bewegtere und psychologisch aufmerksamere Form religiöser Malerei erprobte. Maria ist keine ferne Königin auf einem Thron in feierlicher Symmetrie. Sie ist eine junge Mutter, die sich zu einem Kind neigt, das nach einer Blume greift. Das Thema bleibt religiös, die Stimmung aber ist vertraut und beinahe häuslich.

Diese frühe Nähe ist ein Grund für den festen Platz des Bildes in Leonardos Werkgeschichte. Der junge Künstler untersucht Bewegung, Aufmerksamkeit und Beziehung. Die Figuren verbindet keine starre Andachtsformel, sondern eine Handlung: Maria bietet die Blume an, das Kind greift danach, und wir verfolgen den Austausch. Mit dieser kleinen Geste führt Leonardo das Madonnenthema von statischer Präsentation zu gelebter Erfahrung.

Auf einen Blick

  • KünstlerLeonardo da Vinci
  • TitelBenois-Madonna; auch Madonna mit Kind und Blumen oder Madonna mit einer Blume
  • DatierungUm 1478–1480
  • Technik und BildträgerÖl auf Holz oder Tafel, auf Leinwand übertragen
  • Maße49,5 × 33 cm
  • SammlungStaatliche Eremitage, Sankt Petersburg
  • InventarГЭ-2773
  • QuellenhinweisEremitage-Eintrag, Werk-ID 29908; Ausstellung und Provenienz vorsichtig belegt

Inhalt

  1. Die Benois-Madonna
  2. Auf einen Blick
  3. Das Objekt der Eremitage
  4. Eine junge Madonna und ein nach der Blume greifendes Kind
  5. Der junge Leonardo und die Florentiner Werkstatt
  6. Licht, Raum und häusliche Umgebung
  7. Übertragung, Zustand und Vorsicht
  8. Die Familie Benois und der Erwerb durch die Eremitage
  9. Der Leonardo-Saal der Eremitage
  10. Warum die Benois-Madonna wichtig ist

Das Objekt der Eremitage

Die Benois-Madonna ist in der Quellenhierarchie dieser Seite vor allem ein Werk der Eremitage. Ihr digitaler Sammlungseintrag mit der Werk-ID 29908 ist der maßgebliche Objekteintrag. [1] Ergänzende Quellen bezeichnen das Bild als Madonna mit Kind (Benois-Madonna) oder Madonna mit Kind, auch Benois-Madonna. [2] [4] Die Seite der Eremitage-Freunde zum Leonardo-Saal nennt es Madonna mit einer Blume (Benois-Madonna) und stellt es neben die Litta-Madonna als eines der beiden gefeierten Leonardo-Gemälde in diesem Saal vor. [3]

Die verschiedenen Titel helfen bei der Einordnung. Benois-Madonna bewahrt den Namen der Familie, durch die das Werk in die neuere Kunstgeschichte gelangte. Madonna mit Kind und Blumen oder Madonna mit einer Blume beschreibt die besondere Handlung des Bildes. Madonna mit Kind nennt das allgemeine Andachtsthema. Eine gute Deutung behält alle drei Ebenen im Blick: Familienname, dargestellte Handlung und religiöses Thema.

Das Werk wird gewöhnlich um 1478–1480 datiert. [2] [4] Damit gehört es in Leonardos frühe selbstständige Jahre nach seiner Ausbildung im Florentiner Umfeld Andrea del Verrocchios. Es sollte nicht wie ein voll ausgereiftes Werk im Stil der Mona Lisa oder des späten Louvre-Gemäldes Johannes der Täufer behandelt werden. Seine Bedeutung liegt anderswo: Es zeigt einen Künstler im Übergang, noch nah an Werkstattkonventionen und doch bereits auf der Suche nach bewegteren Darstellungen von Körpern, Empfindungen und Licht.

Der französische Erlass nennt Öl auf Holz, auf Leinwand übertragen; die Hermitage Foundation UK spricht ebenfalls von Öl auf Leinwand, von einer Tafel übertragen. [2] [4] Diese Formulierung zeigt, dass der heutige Bildträger nicht der ursprüngliche ist. Daraus sollte keine unbelegte dramatische Restaurierungsgeschichte werden. Die verantwortbare Aussage ist schlichter: Das Bild hat eine materielle Geschichte, und seine heutige Oberfläche und sein Träger wurden verändert.

Eine junge Madonna und ein nach der Blume greifendes Kind

Die Komposition beruht auf einem einfachen Austausch: Maria hält eine Blume, das Kind greift danach. Diese kleine Handlung verändert das Thema. Statt als fernes heiliges Sinnbild zu posieren, wirken beide wie in einem Augenblick des Spiels und Erkennens. Maria achtet auf das Kind, das Kind auf die Blume, und unser Blick wandert zwischen ihnen.

Diese Bewegung gehört wesentlich zum Leonardo-Charakter des Bildes. Leonardo kehrte immer wieder zu Figuren zurück, deren Körper und Gedanken sich gleichsam zugleich wenden. Hier ist die Bewegung weder groß noch theatralisch, sondern fast privat. Das Kind entdeckt einen Gegenstand wie ein wirkliches Kleinkind; Maria reicht ihm etwas, das gewöhnlich und zugleich bedeutungsvoll ist.

Die Blume lässt mehrere Lesarten zu. Innerhalb der Szene dient sie dem Spiel. Ihre vierblättrige, kreuzähnliche Form kann zugleich vorsichtig als Hinweis auf die Passion verstanden werden. Eine behutsame Deutung hält beides zusammen: Die Blume ist weder ein bloß aufgesetztes theologisches Zeichen noch lediglich ein Spielzeug. Leonardo lässt den symbolischen Gegenstand Teil einer glaubhaften menschlichen Handlung werden.

Darin liegt eine stille Neuerung des Gemäldes. Der heilige Sinn kommt nicht von außen hinzu, sondern wird durch die Körpersprache vermittelt. Das Kind greift, weil Kinder greifen; Maria bietet an, weil Mütter anbieten. Die Beobachtung natürlichen Verhaltens stärkt das religiöse Thema, statt es zu schwächen.

Auch die Gesichter stützen diese Idee. Maria wirkt nicht fern entrückt oder förmlich majestätisch, sondern aufmerksam, jung und zugewandt. Das Kind ist stärker vom Gegenstand als vom Betrachter eingenommen. Leonardo schafft eine Blickfolge: Maria sieht zum Kind, das Kind greift nach der Blume, und wir folgen dieser Bewegung. Von diesem Dreieck lebt die emotionale Wirkung des Bildes.

Daher belohnt das kleine Gemälde genaues Hinsehen. Die Handlung ist leicht zusammenzufassen, aber keineswegs einfach. Eine Blume zwischen zwei Figuren lässt Denken, Neugier, Zuneigung und Vorausdeutung sichtbar werden. Wir erkennen ein alltägliches menschliches Ereignis und ahnen zugleich seine heilige Zukunft.

Der junge Leonardo und die Florentiner Werkstatt

Die Benois-Madonna gehört in Leonardos frühe Laufbahn, als die Lehren der Florentiner Werkstatt noch gegenwärtig waren. Der Kreis Verrocchios ist ein hilfreicher Hintergrund, doch das Bild ist mehr als eine Lehrlingsübung. Interessant ist, wie Leonardo überlieferte Formeln lockert.

Traditionelle Madonnenbilder beruhen häufig auf frontaler Autorität, klarer heiliger Hierarchie und stabiler Figurenordnung. Hier bleibt die Hierarchie erhalten, wird aber durch die Begegnung weicher. Maria ist nicht nur die Jungfrau, sondern eine junge Mutter, die ganz bei ihrem Kind ist. Christus ist nicht nur der Erlöser als Kind, sondern auch ein neugieriges Baby.

Diese Verbindung von Andacht und Beobachtung wurde zu einer großen Stärke Leonardos. Spätere Werke untersuchten komplexere Anordnungen von Körpern und Bedeutungen, von den beiden Fassungen der Felsgrottenmadonna bis zur Louvre-Darstellung Anna selbdritt. Die kleinere, frühere Benois-Madonna weist schon in diese Richtung. Leonardo fragt, wie menschliche Aufmerksamkeit ein religiöses Bild überzeugender machen kann.

Das Gemälde steht auch der Madonna mit der Nelke nahe, einem weiteren frühen Mutter-Kind-Bild aus Leonardos junger Karriere. In beiden Werken ordnet eine Blume die Beziehung der Figuren. Der Vergleich muss vorsichtig bleiben, weil die Bilder verschiedene Geschichten, Sammlungen und Erhaltungszustände haben. Zusammen zeigen sie aber, wie Leonardo symbolische Gegenstände zu Anlässen natürlicher Bewegung macht.

Auch der Vergleich mit späteren Leonardo-Bildern braucht Maß. Die Benois-Madonna besitzt weder die große verschränkte Figurengestaltung der Felsgrottenmadonna noch die monumentale Vielschichtigkeit von Anna selbdritt im Louvre. Ihr Wert ist verdichteter: Sie zeigt frühe Schritte hin zu diesen Zielen, mit gedrehtem Körper, aktivem Säugling, ausdrucksvoller Beziehung und einer Bedeutung, die aus Bewegung statt aus bloßen Zeichen entsteht.

Die frühe Datierung erklärt zugleich, weshalb das Bild frisch und bisweilen noch uneinheitlich erscheinen kann. Leonardo hatte die technische und atmosphärische Ausarbeitung seiner reifen Werke noch nicht erreicht. Das kleine Bild ist gerade deshalb kostbar, weil es Entwicklung statt Vollendung zeigt: einen Künstler, der lernt, heilige Figuren mit innerem Leben auszustatten.

Licht, Raum und häusliche Umgebung

Die Umgebung der Benois-Madonna ist bescheiden. Die Figuren befinden sich in einem Innenraum statt vor einem großen architektonischen Thron. Ein Fenster und der Lichteinfall geben dem Raum Gestalt. Noch ist dies nicht die geheimnisvolle Atmosphäre späterer Leonardo-Bilder, doch bereits interessiert ihn, wie Licht Körper formt und Figuren an einen Raum bindet.

Das Häusliche ist bedeutsam. Das Bild bringt die heiligen Figuren in eine menschliche Umgebung, ohne sie dadurch zu banalisieren. Maria und das Kind bleiben heilige Gestalten; ihre Nähe macht das Thema aber zugänglich. Vertraute Zärtlichkeit trägt die Andacht.

Die Nähe verändert auch unsere Rolle. Wir stehen nicht bloß vor einer Ikone, sondern beobachten eine Beziehung. Das Greifen des Kindes gibt der Szene ein Vorher und Nachher: Die Blume wurde gerade angeboten, und gleich wird es sie fassen. Dieses Gefühl vergehender Zeit belebt das kleine Bild über sein Format hinaus.

Leonardo sollte später für vielschichtigere psychologische Wirkungen berühmt werden. Die Benois-Madonna zeigt den Anfang dieses Interesses in konzentrierter Form. Sie löst die Fragen von Bewegung, Licht und Gefühl noch nicht endgültig; sie ist ein frühes Experiment, und genau das gehört zu ihrem Reiz.

Übertragung, Zustand und Vorsicht

Die materielle Geschichte gehört zum heutigen Zustand des Bildes. Der französische Erlass beschreibt es als Öl auf Holz, auf Leinwand übertragen; die Hermitage Foundation UK als Öl auf Leinwand, von einer Tafel übertragen. [2] [4] Beide Angaben belegen den Kernpunkt: Die Benois-Madonna lag nicht immer auf ihrem heutigen Bildträger.

Die verfügbaren Quellen tragen keine ausführliche Geschichte der Übertragung oder Konservierung. Sicher ist die Übertragung von Holz beziehungsweise einer Tafel auf Leinwand. Über genaue Ursachen, Verfahren oder sichtbare Folgen sollte ohne unmittelbare technische Belege zu diesem Bild nicht geurteilt werden.

Diese Grenze lässt das Gemälde als historisches Objekt erkennen, nicht als Rätsel, das sich durch Spekulation lösen ließe. Das heutige Werk trägt Spuren der Zeit und von Eingriffen; seine Deutung braucht aber keine unbelegte Restaurierungserzählung.

Dieselbe Vorsicht gilt für Studienzeichnungen. Manche Darstellungen verknüpfen Zeichnungen mit der Benois-Madonna. Solche Verbindungen mögen wertvoll sein, wenn eine weitere Untersuchung die einschlägigen Museumsunterlagen direkt auswertet. Dieser Artikel muss sich nicht auf unbestätigte Zeichnungsbehauptungen stützen. Das Bild selbst zeigt Leonardos frühes Interesse an Geste, Bewegung und dem Verhältnis zwischen Mutter und Kind.

Materielle Veränderungen mindern die Bedeutung des Bildes nicht. Die Benois-Madonna muss nicht unberührt sein, um wichtig zu sein. Entscheidend sind die erhaltene Komposition, die Zuschreibung an den jungen Leonardo, der Austausch zwischen Mutter und Kind und die Museumsgeschichte, die das Werk in die Eremitage führte.

Die Familie Benois und der Erwerb durch die Eremitage

Der Name Benois-Madonna stammt von der Familie, durch die das Bild in der Neuzeit bekannt wurde. Die Hermitage Foundation UK beschreibt es als Besitz der Familie Benois und berichtet, dass es 1908 als „Leonardo?“ gezeigt wurde, bevor Ernst Liphart, Gemäldekustos der Eremitage, es als echtes Leonardo-Werk erkannte. [2] Nach derselben Quelle erwarb die Eremitage das Gemälde 1914 für 150.000 Rubel. [2]

Diese Geschichte zeigt, wie die moderne Identität des Bildes entstand. Es war nicht immer ein gesichertes Museumsobjekt mit einem ruhigen Platz im Kanon. Es durchlief Privatbesitz, öffentliche Ausstellung, Zuschreibungsdebatte und Ankauf. Sein Weg in die Eremitage befestigte seine Stellung unter den bedeutenden Leonardo-Beständen des Museums.

Die Foundation berichtet auch von einer Familientradition zu einem früheren Besitz; diese Geschichte verlangt jedoch Vorsicht. [2] Eine reizvolle Provenienzanekdote ist keine dokumentierte Geschichte. Die Familie Benois und der Erwerb 1914 sind belegte Anker der jüngeren Geschichte; frühere Erzählungen brauchen stärkere Beweise, bevor sie eine Deutung tragen können.

Das Fragezeichen bei der Ausstellung von 1908 ist besonders aufschlussreich. Die Bezeichnung „Leonardo?“ hält einen Augenblick fest, bevor museale Gewissheit über das Bild bestand. Zuschreibung ist ein historischer Prozess ebenso wie ein wissenschaftliches Urteil: Sehen, Vergleichen, Dokumentieren, institutionelle Entscheidungen und wiederholtes öffentliches Zeigen prägen den Kanon. Der Erwerb durch die Eremitage machte diesen Prozess international sichtbar. [2]

Die spätere Leihgeschichte unterstreicht die Bedeutung des Werkes. Der französische Erlass verzeichnet die Leihgabe der Eremitage für die Louvre-Ausstellung Leonardo da Vinci 2019–2020. [4] Der Louvre beschreibt die Retrospektive zum 500. Todestag als große Zusammenführung von Gemälden, Zeichnungen und Werken aus Leonardos Umkreis mit eigenen Beständen. [5] Die Anwesenheit der Benois-Madonna belegt ihren anhaltenden Rang als wichtiges frühes Leonardo-Bild.

Einen früheren Beleg für internationale Sichtbarkeit liefert die National Gallery of Art mit ihrer Ausstellung From Leonardo to Titian von 1979. Laut ihrem Eintrag nahm die sogenannte Benois-Madonna unter den Leihgaben der Eremitage eine herausragende Stellung ein. [6] Diese Quelle dient hier nur dem Ausstellungs- und Leihkontext, zeigt aber, dass der moderne Ruf des Bildes nicht auf Russland beschränkt war.

Der Leonardo-Saal der Eremitage

Die Seite der Eremitage-Freunde zur Restaurierung des Leonardo-Saals ist kein Objektkatalog, aber für den Ausstellungskontext hilfreich. Sie erklärt, dass der Leonardo-da-Vinci-Saal, auch Saal der italienischen Renaissance, zwei bedeutende Gemälde zeigt: die Madonna mit einer Blume (Benois-Madonna) und die Litta-Madonna. [3]

Dieser Zusammenhang braucht den üblichen Vorbehalt: Räume, Beschriftungen und Zugänglichkeit können sich ändern. Dennoch zeigt er, wie die Eremitage das Bild ihren Besuchern vorstellt. Die Benois-Madonna ist kein beiläufiges Werk in einer allgemeinen Renaissance-Abfolge, sondern eines der Gemälde, um die sich Leonardos Präsenz im Museum ordnet.

Der Vergleich mit der Litta-Madonna sollte vorsichtig bleiben. Beide Bilder teilen einen Museumsraum, nicht aber dieselben Quellenfragen, Zuschreibungsgeschichten oder bildnerischen Eigenschaften. Die Benois-Madonna eignet sich besonders für Leonardos frühes Experiment mit Blume und greifendem Kind. Die Litta-Madonna verlangt eine eigene Betrachtung und darf nicht als Abkürzung für Fakten zu diesem Bild dienen.

Der Saal erklärt auch, warum ein kleines frühes Gemälde eine große öffentliche Präsenz haben kann. Besucher sehen es nicht allein als Einzelobjekt, sondern als Teil eines Leonardo-Raums, einer Museumserzählung und einer breiteren Geschichte der italienischen Renaissance in Sankt Petersburg.

Diese Umgebung kann die Deutung prägen. In einem Leonardo-Saal trägt die Benois-Madonna das Gewicht eines Namens, der größer ist als ihr Format. Dennoch verlangt das Bild eine stillere Reaktion, als viele Besucher von Leonardo erwarten. Es ist nicht spektakulär wie Das Abendmahl oder die Mona Lisa. Seine Kraft liegt in der Konzentration: ein kleiner Innenraum, eine junge Mutter, ein Kind, eine Blume und die Verwandlung eines vertrauten Andachtsmotivs in eine beobachtete menschliche Begegnung.

Der beste Museumskontext besteht daher nicht nur aus einer Saalnummer. Er betrifft das Verhältnis von Maßstab und Aufmerksamkeit. Die Benois-Madonna bittet uns näherzutreten, einer Geste zu folgen und wahrzunehmen, wie wenig Leonardo braucht, um die emotionale Wirkung eines traditionellen Themas zu verändern.

Warum die Benois-Madonna wichtig ist

Die Benois-Madonna ist wichtig, weil sie Leonardo an einem Punkt zeigt, an dem heilige Bilder natürlicher zu atmen beginnen. Die Figuren sind weiterhin Maria und Christus, doch ihre Beziehung entsteht durch Geste, Spiel und Aufmerksamkeit. Das Bild gibt die Andacht nicht auf; es macht sie lebendig.

Es gehört außerdem zur kleinen Gruppe erhaltener Gemälde Leonardos, an denen sich seine frühe Entwicklung untersuchen lässt. Die Datierung um 1478–1480 liegt vor den großen reifen Werken, die das öffentliche Bild prägen. [2] [4] Gerade deshalb zeigt es den Weg von der Werkstattausbildung zu Leonardos eigener Sprache von Bewegung, Gefühl und genauer visueller Untersuchung.

Materielle und neuere Geschichte verleihen dem Werk zusätzliche Tiefe. Von Holz auf Leinwand übertragen, nach der Familie Benois benannt, 1914 von der Eremitage erworben und später für große Ausstellungen verliehen, ist es mehr als ein Bild. Herstellung, Sammeln, Zuschreibung, Konservierung und Präsentation haben dieses Objekt geprägt. [2] [4] [6]

Die beste Darstellung verbindet zwei Dinge: das Gemälde als frühes Madonnenbild Leonardos und die Genauigkeit, die seine Objektgeschichte verlangt. Die Belege der Eremitage stehen an erster Stelle; die Übertragung bleibt vorsichtig formuliert; unbelegte Auftraggebergeschichten bleiben draußen; Bildrechte werden nicht aus lokaler Verwendung abgeleitet.

Am besten beginnt die Betrachtung bei der kleinen Handlung in der Bildmitte. Maria bietet die Blume an. Das Kind greift danach. Die heilige Zukunft ist anwesend, doch sie wird vom alltäglichen Rhythmus einer Mutter und eines Kindes getragen, die schauen, spielen und aufeinander antworten. Darin besteht die Leistung des jungen Leonardo: Theologie wird durch Beobachtung und Beobachtung zu einer Form der Zärtlichkeit.

Diese Zärtlichkeit ist keine sentimentale Verzierung, sondern eine ernste künstlerische Entscheidung. Leonardo macht die heilige Szene glaubhaft, indem er gewöhnliches Verhalten so genau studiert, dass es Ausdruck gewinnt. Das Wunder erscheint hier nicht durch Pracht, sondern durch Aufmerksamkeit. Marias anbietende und des Kindes greifende Hand tragen die Aussage des Bildes: Göttlicher Sinn kann in der kleinsten menschlichen Bewegung liegen.

Häufige Fragen

Was ist die Benois-Madonna?
Die Benois-Madonna ist ein frühes Madonnenbild Leonardo da Vincis in der Staatlichen Eremitage; es heißt auch Madonna mit Kind und Blumen. [1] [4]
Hat Leonardo da Vinci die Benois-Madonna gemalt?
Die hier verwendeten ergänzenden Quellen identifizieren sie als Werk Leonardos; maßgeblicher Ausgangspunkt bleibt der Eremitage-Eintrag mit der Werk-ID 29908. [1] [2] [4]
Wann entstand die Benois-Madonna?
Die verfügbaren Quellen datieren das Bild um 1478–1480. [2] [4]
Wo befindet sich die Benois-Madonna heute?
Sie gehört der Staatlichen Eremitage in Sankt Petersburg. Der Leonardo-Saal ist belegt, doch Ausstellungsorte können sich ändern. [3] [4]
Warum heißt sie Benois-Madonna?
Der Name stammt von der Familie Benois, aus deren Besitz das Bild vor dem Erwerb durch die Eremitage 1914 in die neuere Museumsgeschichte eintrat. [2]
Was bedeutet die Blume im Bild?
Sie ist ein Gegenstand des Spiels zwischen Maria und dem Kind und kann zugleich vorsichtig als Andachtszeichen für Christi künftige Passion gelesen werden.
Wurde die Benois-Madonna von Holz auf Leinwand übertragen?
Ja. Die Quellen nennen Holz oder eine Tafel als ursprünglichen Bildträger und Leinwand als heutigen; Einzelheiten des Vorgangs erfordern gesonderte technische Belege. [2] [4]

Diskussion

Diskutieren Sie hier die Benois-Madonna, ihre Quellen und ihren Platz unter Leonardos Werken.

Achten Sie besonders auf die Geste, vorsichtige Aussagen zum materiellen Zustand und überprüfbare Eremitage-Belege.

Perspektiven der Leser

Genau hinsehen

Welches Detail der Begegnung von Maria und Kind fällt Ihnen am stärksten auf?

Kontext

Was zeigt dieses Bild über Leonardos frühe Florentiner Ausbildung?

Belege

Welche Schlüsse stützen sich auf Objekteinträge, und welche bleiben Vermutungen?

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Quellen

  1. Staatliche Eremitage, digitaler Eintrag zu Werk 29908, Madonna mit Kind / Benois-Madonna.
  2. Hermitage Foundation UK, Darstellung der Benois-Madonna von Leonardo da Vinci.
  3. Freunde der Eremitage, Projekt zur teilweisen Restaurierung des Leonardo-da-Vinci-Saals und seiner Türen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.
  4. Französischer Erlass vom 7. August 2019 zur Unpfändbarkeit eines Kulturguts, JORFTEXT000038906889.
  5. Musée du Louvre, Ausstellung Leonardo da Vinci, 2019–2020.
  6. National Gallery of Art, Eintrag zur Ausstellung From Leonardo to Titian, 1979.