Einleitung
Frida Kahlo sitzt vor einem rötlichen Stuhl, dessen gedrechselte Pfosten zu beiden Seiten ihres Kopfes aufragen. Ihr dunkles Haar ist zurückgenommen, ihr Blick trifft den Betrachter, und rotorange Ohrringe und Einfassungen setzen Akzente auf einem blaugrünen Kleid vor einem hellen, fleckigen Hintergrund. [1] [2] In die untere rechte Ecke malte sie ihren Namen und die Worte ENERO 1930: Dieses Selbstporträt nennt seinen Monat selbst, statt lediglich von späteren Katalogautoren einem Jahr zugeordnet worden zu sein. [1]
Das Bild ist ein frühes Ölgemälde auf Leinwand, 65 × 54 Zentimeter groß, meist als Autorretrato oder Self-Portrait katalogisiert. [3] [4] Der Januar liegt nach Kahlos Heirat mit Diego Rivera (auf Englisch) im August 1929, aber vor ihrer Reise in die Vereinigten Staaten im November 1930. [2] [5] Diese Abfolge steht fest; wo sie es malte, für wen sie es schuf und was sie mit ihrer Kleidung ausdrücken wollte, hingegen nicht.
Auf einen Blick
- Künstlerin und Titel: Frida Kahlo, Autorretrato / Self-Portrait. „Januar 1930“ ist eine identifizierende Datumsangabe, kein gesicherter Bestandteil des ursprünglichen Titels. [1] [3] [4]
- Datum und Inschrift: Januar 1930, nach der gemalten vierzeiligen Inschrift unten rechts: „FRIDA / KAHLO. / ENERO / 1930.“ [1]
- Technik und Maße: Öl auf Leinwand, 65 × 54 cm (Höhe × Breite). [3] [4] [6]
- Historischer Standort: Eine Privatsammlung in Boston ist für 2013 und 2016 verzeichnet. Heutiger Eigentümer und Standort sind nicht bestätigt. [3] [4]
- Bestätigte Ausstellung: Mit eigener Bildunterschrift in der Kahlo-Ausstellung des Walker Art Center 2007–2008 aufgeführt; eine Werkliste von 1967 ist eine weniger sichere frühere Spur. [7] [23]
Inhalt
- Einleitung
- Eine vom Stuhl gerahmte Figur
- Was die Januarinschrift belegt
- Ein frühes Porträt im wissenschaftlichen Vergleich
- Kleidung, Ehe und konkurrierende Deutungen
- Boston, Museumsangaben und eine lückenhafte Provenienz
- Ein bestätigter Auftritt im Walker und unbestätigte Tourneestationen
- Verwandte Artikel
- Offene Fragen und weiterführende Lektüre
Eine vom Stuhl gerahmte Figur
Das Porträt zeigt Kahlo vom oberen Rumpf aufwärts, mit hellem Freiraum um Haar und Schultern. Hinter ihr bilden eine waagerechte Stuhllehne und zwei aufrechte Pfosten mit abgerundeten Abschlüssen einen flachen Rahmen; weder Boden, Wandecke noch weitere Möbel weisen einen bestimmten Raum nach. [1] Der Stuhl stabilisiert die Komposition, ohne daraus eine dokumentierte Atelierszene zu machen.
Das Haar ist nahe der Mitte gescheitelt und straff zurückgekämmt. Feine gerichtete Striche folgen dieser Bewegung, doch Befestigung und Länge hinter ihrem Kopf bleiben verborgen. [1] Ihr Gesicht ist nahezu frontal, nicht vollkommen symmetrisch: Augen, Brauen, Wangen und Schultern unterscheiden sich leicht von einer Seite zur anderen. Der nach außen gerichtete Blick und die deutlich verbundenen Brauen verlangen Aufmerksamkeit, doch keines dieser Merkmale dokumentiert eine Emotion oder einen beabsichtigten Betrachter. [1] [8]
Dunkle Pupillen liegen im sichtbaren Augenweiß; kleine Lichtreflexe und ein schmaler heller Zwischenraum unter Teilen der Iris beleben die Augen. [1] [8] Nase, Kinn, langer Hals und freiliegende Schlüsselbeine werden durch Übergänge zwischen Rosa, Ocker und kühleren Schatten aufgebaut, während Lippen und Wangen kräftigeres Rot tragen. Die Wangen mögen geschminkt wirken, doch eine Reproduktion kann weder Kosmetika noch Hautzustand oder die von Kahlo verwendeten konkreten Pigmente nachweisen. [1]
Jedes Ohr trägt ein rotoranges Schmuckstück: ein kleineres oberes Element und einen größeren offenen ovalen Anhänger mit perlenähnlichen Details. [1] Die Ohrringe nehmen die warmen Töne von Lippen, Wangen, Kleidereinfassung und Stuhl auf. Material und kulturelle Herkunft sind unbekannt; Begriffe wie Koralle, Gold oder eine bestimmte regionale Schmucktradition wären daher Erfindungen statt Beschreibung.
Das Kleidungsstück ist tief blaugrün und hat einen weiten runden Ausschnitt sowie kurze geraffte oder mit Volants besetzte Ärmel, jeweils durch schmale rostrote Einfassungen hervorgehoben. [1] [4] Ein mehrfarbiger Streifen zieht sich durch den untersten sichtbaren Bereich, doch der Ausschnitt lässt nicht erkennen, ob er zu einem Gürtel, Bund, Rock oder einer weiteren Schicht gehört. Das reicht nicht aus, um ein Tehuana-Ensemble oder ein erhaltenes Kleid zu identifizieren. Zur umfassenderen Geschichte von Kahlos Kleidung siehe Fridas Mode und Tehuana-Kleidung; dieses Porträt trägt eine enger begrenzte visuelle Beschreibung. [1] [9]
Kühles Kleid und Schatten gleichen die warmen Details aus, während der helle Hintergrund kaum Tiefe über die Überlagerungen von Haar, Stuhl und Körper hinaus bietet. [1] Scheitel, Hals und Stuhlpfosten bilden einen vertikalen Rhythmus; Lehne, Schultern, Ausschnitt und schmaler unterer Streifen antworten waagerecht darauf. Kleine Abweichungen von der Symmetrie verhindern, dass diese geordnete Struktur wie ein Diagramm wirkt. Diese Beziehungen sind sichtbar, ohne jeder Farbe oder jedem Accessoire eine feste allegorische Bedeutung zuzuweisen.
Videos: Frida Kahlo
Fünf Perspektiven, die Sie hier ergänzend zum Artikel ansehen können.
Frida Kahlos Die zwei Fridas: Great Art Explained
Eine gezielte visuelle Einführung in das Gemälde und seinen Kontext.
Selbstporträt (Januar 1930) in Kahlos Laufbahn
Die zwei Fridas
1939Quelle des Zeitstrahls: Chronologie des Museo Frida Kahlo [25].
Was die Januarinschrift belegt
Die ganzseitige Abbildung in Eckhard Hollmanns veröffentlichtem Auszug zeigt die rotbraune Inschrift in vier Zeilen im unteren rechten Bildfeld. [1] [2] Die kleinere Abbildung in einer IFAR-Studie von 2013 schneidet diese Ecke ab, obwohl ihre Bildunterschrift das Werk weiterhin als Selbstporträt von 1930 bezeichnet. [3] Eine beschnittene Reproduktion erlaubt deshalb nicht den Schluss, das Original sei unsigniert oder undatiert.
Die Inschrift datiert das Porträt auf Januar 1930, genauer als die meisten Katalogtitel. [1] Die IFAR-Autoren vermerken, dass Kahlo um 1930 begann, das e aus „Frieda“ in ihrem gemalten Namen wegzulassen; das sichtbare „FRIDA“ passt zu ihrer Chronologie. [10] Die Schreibweise allein authentifiziert weder die Inschrift noch beweist sie, wann jede Schicht aufgetragen wurde. In den hier zitierten Quellen lag keine technische Untersuchung ihrer Farbe oder möglicher Retuschen vor. [11]
Das Datum verhindert auch einen häufigen rückblickenden Irrtum. Die dokumentierte Reise des Paares nach San Francisco begann im November 1930, etwa zehn Monate nach dem inschriftlich genannten Monat. [2] [5] Dieses Porträt entstand vor jenem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten, nicht als Reaktion auf Kahlos spätere kalifornische Begegnungen, Fotografien oder Ausstellungsmöglichkeiten. Diese späteren Erfahrungen dürfen nicht rückwirkend auf ihre Kleidung oder Haltung im Januar übertragen werden.
Rivera arbeitete in der frühen Ehe an den Wandbildern im Palacio de Cortés in Cuernavaca, und das Museo Frida Kahlo verbindet das Paar für diese Zeit mit der Stadt. [5] [12] Cuernavaca ist daher ein plausibler Kontext, doch keine überprüfte Inschrift, kein Brief und kein Katalogeintrag zu genau diesem Objekt besagt, dass Kahlo die Leinwand dort malte. Das Gemälde liefert weder einen benannten Ort noch einen datierten Bericht über eine Porträtsitzung.
Ein frühes Porträt im wissenschaftlichen Vergleich
Salomon Grimberg, Jane C. H. Jacob und Laurent Sozzani nahmen dieses datierte Bild in ihre IFAR-Studie zu zwei anderen frühen Kahlo-Porträts auf. [8] Anhand von Porträts aus den Jahren 1928 bis 1930 argumentieren sie, ihre Gesichtsdarstellung sei in diesen Jahren naturalistischer geworden, und lenken den Blick auf Augen, betonte Brauen und den Kontrast von dunklem Haar und hellerer Haut. Das ist eine vergleichende wissenschaftliche Deutung, kein neutraler Sachverhalt, den diese Leinwand allein erkennen ließe. [8]
Kahlos sorgfältige Modellierung von Wangen und Hals, die dosierte Asymmetrie und die klare Stuhlgeometrie ermöglichen es Lesern, diese Deutung visuell zu prüfen. [1] [8] Das Ergebnis lediglich „naiv“, „primitiv“ oder unreif zu nennen, würde diese Entscheidungen übergehen und eine sich entwickelnde Praxis auf ein Etikett reduzieren. Die IFAR-Autoren diskutieren Riveras Einfluss auf frühe Porträts, doch ihr Artikel benennt kein bestimmtes Rivera-Bild, das in diesem Selbstporträt kopiert worden wäre. [8]
Ihre Methode hat eine ungewöhnlich wichtige Grenze: Die Leinwand von 1930 stand für einen physischen oder technischen Vergleich nicht zur Verfügung. [11] Die Untersuchung eines anderen frühen Porträts im Artikel kann nichts über Grundierung, Leinwandgewebe, Pigmentzusammensetzung, Unterzeichnung oder Zustand dieses Gemäldes aussagen. Selbst die sichtbare Inschrift, so aussagekräftig sie als Bild- und Katalogbeleg ist, müsste direkt untersucht werden, um Fragen zu ihren Farbschichten zu beantworten. [1] [11]
Kleidung, Ehe und konkurrierende Deutungen
In einem Katalog des Museo Roca von 2016 bezeichnet Ivanna Margarucci das Bild als eines von Kahlos ersten Ölgemälden nach ihrer Heirat und vermutet, sie erscheine für Rivera gekleidet und geschminkt. [4] Die abgestimmten Ohrringe, rot eingefasste Kleidung sowie farbigen Wangen und Lippen helfen zu verstehen, warum diese Deutung entstand. [1] Sie dokumentieren Rivera nicht als Auftraggeber, Empfänger oder beabsichtigten Betrachter, und Margarucci selbst formuliert ihre Vermutung als wahrscheinlich, nicht sicher. [4]
Celia Stahr erörtert ebenfalls die Kleidung und frontale Selbstpräsentation im Kontext von Kahlos frühem Eheleben. [13] Ihre Darstellung liefert eine spätere Deutung der Selbstinszenierung, benennt aber keine Künstleraussage über dieses konkrete Kleidungsstück. Die Ehe liefert eine Chronologie; sie kann die fehlenden objektspezifischen Belege für das Motiv nicht ersetzen.
Eine andere spanischsprachige Argumentation stammt von Melinda Anna Vodermayer Sohl, die das Porträt von 1930 dem Selbstporträt mit abgeschnittenem Haar von 1940 gegenüberstellt. [14] Sie liest die Wiedergabe von Haut, Textur, Licht und körperlicher Veränderung in beiden Bildern als eine im Gesicht verzeichnete Chronologie statt als zeitloses Schönheitsideal. Das ist ein interpretierender Vergleich anhand von Reproduktionen, kein Beweis dafür, dass Kahlo das Altern klinisch dokumentieren wollte oder die Oberfläche nie retuschiert wurde. [14]
Das spätere Selbstporträt mit abgeschnittenem Haar zeigt einen übergroßen Anzug, lose abgeschnittene Haare, eine Schere und geschriebenen Text, die auf dieser früheren Leinwand fehlen. [14] Der Vergleich ist gerade dann fruchtbar, wenn der Unterschied sichtbar bleibt: Hier präsentiert Kahlo langes zurückgenommenes Haar, Ohrringe und ein Kleid in einem eng vom Stuhl gerahmten Porträt. Margaruccis ehebezogene und Vodermayers körper- und zeitbezogene Deutung stellen unterschiedliche Fragen an dasselbe sichtbare Gesicht; keine schöpft es aus. [4] [14]
Boston, Museumsangaben und eine lückenhafte Provenienz
Die IFAR-Bildunterschrift von 2013 verortet das Gemälde in einer Privatsammlung in Boston, und Margaruccis Eintrag von 2016 wiederholt Boston und Privatbesitz. [3] [4] Diese beiden datierten Angaben stützen einen historischen Standort, nicht einen namentlich bekannten Eigentümer oder eine lückenlose Kette von Kahlos Atelier aus. Kein überprüftes Dokument belegt, wann die Leinwand nach Boston gelangte oder wo sie heute ist.
Eine Leseprobe der Januarausgabe 2025 der spanischen Kunstzeitschrift Descubrir el Arte bezeichnet das 1930 entstandene, 65 × 54 Zentimeter große Gemälde weiterhin als Teil einer Bostoner Privatsammlung. [24] Das zeigt, dass die Sammlungsangabe weiterhin gedruckt wurde; es zeigt nicht, dass eine Redaktion den Eigentümer kontaktierte oder den Standort des Gemäldes in jenem Jahr überprüfte. Die Frage der heutigen Verwahrung bleibt offen.
Eine ältere spanische Katalogzeile von Andrea Kettenmann enthält eine mehrdeutige Angabe zum Museum of Fine Arts in Boston und zu einer anonymen Schenkung. [6] Es fehlen Inventarnummer und Erklärung, und die eigene Mitteilung des MFA von 2016 bezeichnet Dos Mujeres als erstes Kahlo-Gemälde in seiner Sammlung und als erstes von einem Museum in Neuengland erworbenes Werk der Künstlerin. [15] Es wäre deshalb irreführend, aus Kettenmanns Zeile abzuleiten, dieses Januarporträt habe dem MFA gehört. Sie könnte sich auf einen Leihgeber, einen Bildservice oder einen anderen Zusammenhang beziehen, doch keiner ist bestätigt.
Ein pädagogischer Eintrag von PBS/WETA aus dem Jahr 2005 nennt unter einem beschreibenden Titel mit rosa Hintergrund und blauer Bluse einen weiteren widersprüchlichen Standort: die Stiftung Dolores Olmedo. [16] Die visuelle Formulierung deutet auf dieses Bild, doch das Verwahrungsfeld widerspricht den späteren Bostoner Bildunterschriften. Es gibt keinen überprüften Übertragungsnachweis, der beide Angaben verbindet; die Seite lässt daher den Widerspruch bestehen, statt eine Reise von einer Sammlung zur anderen zu erfinden. Die beschreibende Formulierung wird nicht als Kahlos offizieller Titel übernommen. [3] [4] [16]
Die Größe des Bildes ist besser belegt als seine Provenienz: IFAR, Kettenmann und Margarucci veröffentlichen sämtlich 65 × 54 Zentimeter. [3] [4] [6] IFAR druckt außerdem eine Breite von 23¼ Zoll, was ungefähr 59 Zentimetern entspräche, nicht 54. Maßgeblich ist hier die durch die spanischen Kataloge gestützte metrische Angabe; die fehlerhafte Umrechnung wird nicht stillschweigend in die Objektdaten übernommen. [3]
Ein bestätigter Auftritt im Walker und unbestätigte Tourneestationen
Justino Fernández’ UNAM-Katalog der mexikanischen Ausstellungen von 1967 bewahrt eine interessante frühere Werkliste: Eine Kahlo-Hommage führte ein Autorretrato von 1930 in Öl auf Leinwand mit 66 × 55 Zentimetern auf. [23] Titel, Datum, Träger und ähnliche Maße machen das Januargemälde zu einem überzeugenden Kandidaten, auch wenn der Unterschied von einem Zentimeter in jeder Richtung ungeklärt bleibt. Da der Eintrag weder Abbildung, Inschrift, Leihgeber noch Eigentümer nennt, belegt er noch nicht sicher, dass genau diese Leinwand ausgestellt war. Es ist eine mögliche frühere Präsentation, keine zweite bestätigte.
Das Walker Art Center versieht Self Portrait, 1930 auf der Seite seiner vom 27. Oktober 2007 bis zum 20. Januar 2008 in Minneapolis gezeigten Ausstellung Frida Kahlo mit einer individuellen Bildunterschrift. [7] Das belegt direkt, dass dieses Original in der Walker-Präsentation vertreten war. Die Ausstellung reiste anschließend nach Philadelphia und San Francisco; SFMOMA verzeichnet seine eigene letzte Laufzeit vom 14. Juni bis zum 28. September 2008. [17]
Diese institutionellen Tourneedokumente belegen den Reiseplan der Ausstellung, nicht die Anwesenheit dieser Leinwand an jeder Station. [7] [17] Der Ausstellungskatalog von 2007 und die objektgenauen Werklisten wurden nicht gelesen, und die zugängliche SFMOMA-Seite identifiziert das Porträt nicht einzeln. [18] Philadelphia und San Francisco bleiben damit plausible, aber unbestätigte Einträge in der Ausstellungsgeschichte dieses Objekts.
Eine Präsentation in San Diego von 2013 sollte nicht in diese Liste aufgenommen werden. KPBS berichtete, sie habe aus neu gemalten Kahlo-Repliken bestanden, und Angaben zu Originalwerken könnten den Kopien auf verwirrende Weise beigefügt worden sein. [19] Eine Replik des Selbstporträts, 1930 belegt die spätere Verbreitung des Gemäldebildes, nicht, dass das privat verwahrte Original dorthin reiste.
Verwandte Artikel
Fridas Mode und Tehuana-Kleidung untersucht Kleidung in Kahlos gesamtem Werk. Das Selbstporträt mit abgeschnittenem Haar ist das eigenständige spätere Gemälde aus Vodermayer Sohls Vergleich; Frieda und Diego Rivera stellt die ein Jahr vor diesem Selbstporträt geschlossene Ehe dar.
Offene Fragen und weiterführende Lektüre
Hollmanns Abbildung und Chronologie stammen aus einem begrenzten Verlagsauszug, Kettenmanns Angaben aus einer genauen Katalogzeile und Margaruccis Deutung aus einem vollständigen institutionellen Ausstellungskatalog. [2] [4] [6] TASCHENs Frida Kahlo: The Complete Paintings sowie Gannit Ankoris Critical Lives und Imaging Her Selves bleiben wichtige Quellen zur weiteren Prüfung; ihre ungelesenen Einträge werden nicht als Autoritäten für Tatsachen auf dieser Seite angeführt. [20] [21] [22]
Der Walker-Katalog von 2007 und die Registrarakten könnten Leihgeber, vollständigen Reiseplan und Eigentumsangabe klären. [18] Eine Eigentümer- oder Restaurierungsakte könnte heutigen Standort, Provenienz, genaue physische Maße, Geschichte der Inschrift, Träger und Zustand bestimmen. Solange diese Unterlagen nicht vorliegen, verdienen das gesicherte Januardatum und die lebendige, vom Stuhl gerahmte Präsenz eine genaue Beschreibung, ohne einen Ausführungsort, ehebezogenen Zweck, eine Kostümidentität oder einen musealen Eigentümer zu erfinden.
Diskussion
Begründen Sie Ihre Sicht mit den zitierten Belegen und Ihrer eigenen genauen Betrachtung. Die folgenden Fragen sind Ausgangspunkte, keine feststehenden Deutungen.
Gedanken der Leser
Was klärt die gemalte Januarinschrift, und was lässt sie offen?
Wie rahmt die Stuhlstruktur das frühe Selbstporträt?
Warum belegen historische Sammlungsangaben nicht heutiges Eigentum?
Beteiligen Sie sich am Gespräch
Welche Deutung passt am besten zu den Belegen, und wo bleibt Unsicherheit?
Quellen
- Eckhard Hollmann, Verlagsauszug aus Kahlo, PDF-Dateiseite 14 / gedruckte S. 23, ganzseitige Abbildung des Selbstporträts. Die visuelle Beschreibung beruht auf diesem autorisierten Auszug; eine physische Untersuchung oder ein Bildreproduktionsrecht wird damit nicht behauptet. Quellentext ansehen.
- Hollmann, Verlagsauszug aus Kahlo, begrenzter zwanzigseitiger Auszug, besonders PDF-Dateiseiten 13–14 / gedruckte S. 22–23; Reisechronologie für November 1930. Das vollständige Buch wurde nicht gelesen. Quellentext ansehen.
- Salomon Grimberg, Jane C. H. Jacob und Laurent Sozzani, „Two Frida Kahlo Portraits: One Found, One Confirmed“, IFAR Journal 14, Nr. 3 (2013), S. 26, Abb. 6. Quellentext ansehen.
- Ivanna Margarucci, Frida Kahlo: Una vida a través del arte, Katalog des Museo Roca (2016), PDF-Dateiseite 74, Eintrag und Abbildung 044. Quellentext ansehen.
- Museo Frida Kahlo, Frida-Chronologie, Einträge zu Heirat 1929, Cuernavaca und Reise in die Vereinigten Staaten 1930. Quellentext ansehen.
- Andrea Kettenmann, Frida Kahlo 1907–1954: dolor y pasión, spanische Ausgabe, gedruckte S. 94, Eintrag 29. Der verlinkte Bibliotheksdatensatz identifiziert die Ausgabe; die genaue Katalogzeile wurde gesondert überprüft, der vollständige Band nicht gelesen. Quellentext ansehen.
- Walker Art Center, „Frida Kahlo“, Ausstellungsseite für 27. Oktober 2007–20. Januar 2008, genaue Bildunterschrift Self Portrait, 1930. Quellentext ansehen.
- Grimberg, Jacob und Sozzani, „Two Frida Kahlo Portraits“, gedruckte S. 25–28, besonders S. 26–27 und Abb. 5–7. Quellentext ansehen.
- Die Kleiderbeschreibung folgt der genauen Betrachtung von Hollmanns ganzseitiger Porträtabbildung, gedruckte S. 23. Sie identifiziert weder ein erhaltenes Kleidungsstück noch belegt sie ein Tehuana-Ensemble; der begleitende Modeartikel bietet einen weiteren Kontext. Quellentext ansehen.
- Grimberg, Jacob und Sozzani, „Two Frida Kahlo Portraits“, gedruckte S. 29, Anmerkung zur Namensform. Quellentext ansehen.
- Grimberg, Jacob und Sozzani, „Two Frida Kahlo Portraits“, gedruckte S. 27, ausdrücklicher Hinweis, dass das Selbstporträt von 1930 für einen technischen Vergleich nicht verfügbar war. Quellentext ansehen.
- MoMA, Diego-Rivera-Chronologie, Einträge zu Heirat 1929 und Auftrag für den Palacio de Cortés; sie belegen nicht, wo Kahlo dieses Porträt malte. Quellentext ansehen.
- Celia Stahr, „Frida in Cuernavaca“, 9. November 2014, ihre öffentliche Deutung von Kleidung und Präsentation in diesem Porträt. Der von ihr vorgeschlagene Ausführungsort Cuernavaca ist nicht unabhängig bestätigt. Quellentext ansehen.
- Melinda Anna Vodermayer Sohl, Dissertation, Universitat Politècnica de València (2012), gedruckte S. 300–302 / PDF-Dateiseiten 315–317, Abb. 33 und Vergleich mit dem Porträt mit abgeschnittenem Haar von 1940; DOI des Repositoriums 10.4995/Thesis/10251/17798. Quellentext ansehen.
- Museum of Fine Arts, Boston, „Museum of Fine Arts, Boston, Purchases Painting by Frida Kahlo“, 26. Januar 2016. Es bezeichnet Dos Mujeres als erstes vom Museum erworbenes Kahlo-Gemälde, nicht dieses Porträt von 1930. Quellentext ansehen.
- PBS/WETA, Ressource zu Gemäldestandorten „Frida Kahlo“ (2005), beschreibender Eintrag Self-Portrait with pink background, blue blouse; widersprüchliches Eigentümerfeld. Quellentext ansehen.
- SFMOMA, Ausstellungsdatensatz Frida Kahlo und Pressemitteilung vom 8. November 2007, 14. Juni–28. September 2008. Keiner der beiden führt dieses Porträt einzeln auf. Quellentext 1 ansehen; Quellentext 2 ansehen.
- Walker/RM-Ausstellungskatalog Frida Kahlo (2007), nur Verlagsdatensatz; genauer Katalogeintrag und Werklisten der einzelnen Ausstellungsorte ungelesen. Quellentext ansehen.
- KPBS, „Frida Kahlo Paintings In San Diego: Do Audiences Know They're Copies?“, 25. November 2013, dokumentiert die Replikenausstellung und ihre verwirrenden Beschriftungen mit Originalobjektdaten. Quellentext ansehen.
- TASCHEN, Frida Kahlo: The Complete Paintings (2021), nur Verlagsmetadaten; die vorgeschlagene Fundstelle für den Eintrag zu diesem Porträt bleibt unbestätigt. Quellentext ansehen.
- Gannit Ankori, Frida Kahlo, Reihe Critical Lives (2013), nur Verlagsmetadaten; die genaue Erörterung dieses Porträts wurde nicht gelesen. Quellentext ansehen.
- Gannit Ankori, Imaging Her Selves: Frida Kahlo’s Poetics of Identity and Fragmentation (2002), nur Verlagsmetadaten; die genaue Erörterung dieses Porträts wurde nicht gelesen. Quellentext ansehen.
- Justino Fernández, „Catálogo de las exposiciones en 1967“, Anales del Instituto de Investigaciones Estéticas, Ergänzungsheft 37 (1968), gedruckte S. 114–115, „Homenaje a Frida Kahlo“ / Sala Juárez, Werkliste Nr. 4; zugängliche Textkopie. Maßgeblich für die Publikationsidentität ist die UNAM-Zeitschrift; der genaue Abschnitt wurde in der Kopie gelesen. Quellentext 1 ansehen; Quellentext 2 ansehen.
- Descubrir el Arte, Leseprobe der Januarausgabe 2025, PDF-Dateiseite 3, Bildunterschrift zum Selbstporträt von 1930; spätere gedruckte Angabe, keine bestätigte Aktualisierung des Eigentümers. Quellentext ansehen.
- Museo Frida Kahlo, interaktive Frida-Chronologie, ausgewählte Werkdaten für den vergleichenden Zeitstrahl. Das Datum des hier behandelten Werks folgt seinem zitierten Objektdatensatz. Quellentext ansehen.



