Einleitung
Frida Kahlo malte Selbstporträt mit Bonito 1941 und setzte einen leuchtend bunten Vogel vor ihr dunkles Kleid, während dichtes Laub beide Figuren umgibt. Raupenartige Formen und ein großes geflügeltes Insekt unterbrechen die Blätter. Das Gemälde wird oft als Reaktion auf einen Verlust erklärt, doch sein genauer Entstehungsmonat ist unbekannt. Deshalb lässt es sich nicht sicher nach den Todesfällen einordnen, die spätere Autoren in ihre Deutung einbeziehen. [1] [2] [3]
Hinter diesem vertraut wirkenden Bild liegt eine weitere Geschichte. Das Werk wurde in einem Katalog von 1988 als verschollen verzeichnet, tauchte vor einer erfolglosen Versteigerung 1991 wieder auf und wurde zu einem der wichtigsten Bilder für die Werbung einer großen Ausstellung des Museum of Modern Art von 1993. Seine spätere Verbreitung ist deutlicher dokumentiert als sein ursprünglicher Auftrag oder seine frühen Besitzerwechsel. [4] [5] [6]
Auf einen Blick
- Titel und Datum: Self-Portrait with Bonito / Autorretrato con Bonito, 1941. Die Fondation Beyeler verwendet auch Self-portrait (with Bonito). [1] [7]
- Material und Maße: Öl auf Masonite, 54,6 × 43,2 cm; die MoMA-Werkliste von 1993 nennt 52,5 × 43 cm. Der Unterschied ist ungeklärt. [1] [7] [8]
- Inschrift: Oben rechts signiert und datiert; die sichtbare „41“ stützt das Katalogjahr, nennt aber keinen Monat. [2] [8]
- Sammlung und Ausstellung: Einer ungenannten Privatsammlung zugeschrieben, mit freundlicher Unterstützung von Thomas Ammann Fine Art AG, Zürich. Eine aktuelle öffentliche Präsentation genau dieses Werkes ist nicht verifiziert. [1] [9]
Inhalt
- Einleitung
- Das Gemälde betrachten
- Wer war Bonito?
- Ein konstruiertes Selbstporträt
- Zeigt das Gemälde Trauer?
- Masonite, Maße und die Privatsammlung
- Verschollen, angeboten und wieder gesehen
- Was die Quellen nicht belegen
- Verwandte Artikel
Das Gemälde betrachten
Die hochrechteckige Komposition ist eng um Kahlos Kopf und oberen Brustbereich beschnitten. Ihr Kopf ist leicht gedreht, während ihre Augen nach außen blicken und nicht zu dem Vogel auf ihrer rechten Schulter, aus Sicht der Betrachter links. Ihr Haar ist in kompakten geflochtenen oder gedrehten Bögen zurückgenommen; weder Blumen noch Ohrringe oder Halskette sind sichtbar. Ein breites, schlichtes schwarzes Kleid bildet eine dunkle Basis unter ihrem Gesicht. [2]
Der im Titel als Bonito identifizierte Vogel hält sich an der Schulter fest, und sein langer Schwanz reicht über den unteren Bildrand hinaus. Sein heller Hakenschnabel, der gelbgrüne Scheitel, der rötliche Augenring und die geschichteten grünen, blaugrünen und orangeroten Federn machen ihn zu mehr als einem kleinen Beiwerk. Das Gefieder wiederholt Grüntöne des Hintergrunds und einige wärmere Töne des Gesichts und verbindet die beiden Hauptfiguren farblich. Die genaue Art lässt sich anhand der Reproduktion nicht bestimmen. [2] [1]
Blätter füllen nahezu den gesamten übrigen Raum und überlagern sich ohne festen Horizont oder erkennbaren Raum. Ihre unterschiedlichen Grüntöne, hellen Partien und rotbraunen Ränder rahmen das Gesicht, während dahinter kleine blaue Zwischenräume sichtbar werden. Weder eine sicher identifizierte Pflanzenart noch ein Quellennachweis belegt, dass dies ein wörtlicher Blick auf den Garten der Casa Azul ist. Der Garten kann helfen, Kahlos Welt zu verstehen, lässt sich aber nicht als dokumentierter Ort aus diesem Hintergrund ablesen. [2] [10]
Mehrere kleine Formen verlangsamen den Blick auf einzelnen Blättern. Ein auffälliges schmetterlings- oder mottenartiges Insekt sitzt aus Sicht der Betrachter oben rechts; längliche, gegliederte oder pelzige Körper erscheinen an anderen Stellen. Die Fondation Beyeler beschreibt Insekten in unterschiedlichen Lebensstadien, eine quellenbasierte Formulierung, die nicht verlangt, jede Larve, Puppe oder Art zu benennen. Ihre Platzierung gibt der oberen rechten Ecke visuelles Gewicht und unterbricht jede einfache Trennung zwischen Porträt und Hintergrund. [1] [2]
Diese Formen sind verteilt, statt in einem einzigen Sinnbild zusammenzukommen. Ein dunkler, pelziger Körper erscheint nahe dem Vogel, während mehrere kleinere Zeichen Blätter auf der anderen Seite von Kahlos Kopf besetzen. Der Blick wandert zwischen ihnen durch das Laub und kehrt zur großen geflügelten Figur zurück. Ein späteres Projekt der University of Southern California hat genau diese kleinteilige Tierwelt in seiner Lektüre des Porträts hervorgehoben; sein Interesse zeigt einen Weg durch das Bild, keine Identifizierung jedes Insekts oder von Kahlos Absicht. [2] [23]
Eine Inschrift erscheint oben rechts zwischen blaugrünen Zwischenräumen des Laubs. Das vom Museum bereitgestellte Bild erlaubt, den Namen und „41“ in groben Zügen zu erkennen, und der WOLFS-Werkdatensatz bezeichnet das Gemälde unabhängig davon als oben rechts signiert und datiert. Keiner der beiden Nachweise liefert eine sicher überprüfte diplomatische Transkription jedes Buchstabens und Zeichens. [2] [8]
Videos: Frida Kahlo
Fünf Perspektiven, die Sie hier ergänzend zum Artikel ansehen können.
Frida Kahlos Die zwei Fridas: Great Art Explained
Eine gezielte visuelle Einführung in das Gemälde und seinen Kontext.
Wer war Bonito?
Der spanische Titel, die englische Übersetzung des MoMA und der Saalführer der Fondation Beyeler von 2021 identifizieren den Schultervogel als Bonito. Beyeler nennt Bonito einen als Haustier gehaltenen Papagei. Die zweisprachige Chronologie des Museo Frida Kahlo nennt den Hausvogel dagegen el periquito, auf Englisch als „parakeet“, also Sittich, wiedergegeben; diese Begriffe sind keine genaue zoologische Klassifikation des gemalten Vogels. [1] [7] [10]
Das Museum der Künstlerin verortet Bonito 1941 in der Menagerie der Casa Azul neben anderen Vögeln und Tieren und beschreibt Kahlo und Emmy Lou Packard beim Spaziergang im Garten. Dies belegt häuslichen Kontext für einen tierischen Begleiter in einem Selbstporträt, nicht Datum, Ort oder Ablauf dieser bestimmten Sitzung. Der spätere Bericht einer Kuratorin, Bonito habe für Butter Kunststücke vorgeführt, gibt dem Haushalt Farbe; die Geschichte ist jedoch vermittelte mündliche Überlieferung und erklärt hier keine gemalte Geste. [10] [11]
James Oles berichtet in seinem Text über das eigenständige Selbstporträt mit Affen und Papagei, dass Bonito im Dezember 1941 starb. Er warnt auch davor, die Tiere in Kahlos Porträts auf verschlüsselte Episoden ihres Lebens zu reduzieren: Gefährtenschaft, Porträtkonvention und symbolische Möglichkeiten können nebeneinander bestehen. Seine Erörterung überträgt weder die Artbestimmung noch andere Tiere oder die Entstehungsfolge des benachbarten Werks auf Selbstporträt mit Bonito. [3] [12]
Die Identität des Vogels ist daher auf der Ebene des Titels und der musealen Deutung am stärksten. Visuell bringt er eine zweite lebendige Präsenz nahe an Kahlos Gesicht und eine Folge leuchtender Farben über ihre Schulter. Ob Kahlo nach einem lebenden Vogel, einer Fotografie, der Erinnerung oder mehreren Quellen malte, ist nicht belegt. [1] [2]
Diese Unterscheidung zwischen einem namentlich bekannten Begleiter und einem sichtbaren Tier ist für die breitere Porträtserie wichtig. Tiere können zugleich liebevolle Präsenzen, kompositorische Partner und Quellen symbolischer Möglichkeiten sein. Oles warnt davor, Biografie zum einzigen Deutungsweg zu machen; hier haben Auge, Schnabel, Schwanz und Gefieder des Vogels formale Aufgaben, die auch Betrachtern zugänglich bleiben, die nichts über den Hausvogel Bonito wissen. [1] [2] [3]
Selbstporträt mit Bonito in Kahlos Laufbahn
Die zwei Fridas
1939Quelle der Zeitleiste: Chronologie des Museo Frida Kahlo [25].
Ein konstruiertes Selbstporträt
Die Fondation Beyeler vergleicht das enge Brustbildformat und die sorgfältig platzierten Attribute mit der Porträtkunst der Renaissance. Das ist ein formaler Vergleich, kein Beleg dafür, dass Kahlo ein bestimmtes Renaissancegemälde kopierte. Die stabilen Schultern, das konzentrierte Gesicht und der Begleiter auf der Schulter schaffen eine präsentierte Identität statt eines illustrierten Ereignisses; die umgebenden Blätter verhindern, dass dieses Bild zu einem schlichten Abbild vor neutralem Grund wird. [1] [2]
In ihrer Ausstellung CLOSE-UP argumentierte die Institution, Kahlos wiederkehrendes Gesicht dürfe nicht als transparenter Beleg ihrer Biografie behandelt werden. Sie beschrieb die Porträts als stark konstruierte Bilder, in denen wechselndes Haar, Kleidung, Tiere und andere Attribute helfen, ein wiedererkennbares Selbst neu zu gestalten. „Konstruiert“ muss hier nicht falsch bedeuten; es erinnert daran, dass Kahlo auswählte und anordnete, was in jedem Werk erscheint. [13]
Dieses Porträt wird besonders deutlich, wenn man es sorgfältig mit benachbarten Selbstbildern vergleicht. Selbstporträt mit Zopf (ebenfalls 1941) zeigt eine vergrößerte Haarschlaufe, eine Halskette und den sichtbaren oberen Rumpf, aber keinen Vogel. Ich und meine Papageien hat mehrere Vögel; Selbstporträt mit Affen und Papagei ist ein eigenständiges Werk von 1942. Ihre unterschiedlichen Begleiter und Kostüme zeigen Variation innerhalb von Kahlos Porträtpraxis, keinen einzigen Tiercode, der sich von Leinwand zu Leinwand verschieben ließe. [14]
Das schlichte Kleid und der fehlende Schmuck sind eigenständige visuelle Entscheidungen. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf Gesicht, Vogel und Laub, während das dunkle Gewand die Farben des Vogels auffälliger macht. Aus dem sichtbaren Gewand lässt sich kein regionales Textil identifizieren, und das Fehlen von Blumen oder Schmuck beweist für sich genommen weder Strenge noch Verzicht oder Trauer. [2] [13]
Zeigt das Gemälde Trauer?
Die Argumente für eine Trauerdeutung haben eine nachvollziehbare moderne Geschichte. Eine UNAM-Abschlussarbeit deutet Kahlos schwarze Kleidung, ihr ungeschmücktes Haar und die Schatten unter den Augen als Trauer um ihren Vater Guillermo und um Bonito; sie zitiert eine Seite in Hayden Herreras Biografie, die für diesen Artikel nicht direkt gelesen wurde. Rosa Maria Unda Soukis späterer Künstlerinnentext verbindet das dunkle Kleid und die Folge von Insektenformen ebenfalls mit Verlust und einem möglichen Lebenszyklus, formuliert die kausale Bedeutung jedoch spekulativ. [15] [16]
Die Chronologie lässt diese Deutung nicht zur Tatsache der Entstehung werden. Das Museo Frida Kahlo datiert Guillermos Tod auf den 14. April 1941, während Oles Bonitos Tod im Dezember berichtet. Das Gemälde ist nur auf 1941 datiert, könnte also vor einem der beiden Todesfälle liegen, zwischen ihnen oder spät im Jahr entstanden sein. Kein hier zitierter Brief, keine Ateliernotiz, kein Ausstellungseintrag oder technischer Nachweis grenzt den Monat ein. [3] [10] [17]
Das Bild lädt zur Frage ein, beantwortet sie aber nicht abschließend. Sein schwarzes Kleid und die scharf modellierten Augen können von späteren Betrachtern mit Trauer verbunden werden, und die unterschiedlichen Insektenformen können eine Metamorphosedeutung anregen. Doch schwarzer Stoff ist kein datiertes Trauerdokument, die Modellierung unter den Augen ist zunächst Malerei und erst dann Psychologie, und zu den Insekten ist keine Erklärung der Künstlerin überliefert. Eine verantwortliche Darstellung hält die Deutung sichtbar, ohne sie Kahlo als ihre erklärte Absicht zuzuschreiben. [1] [2] [15]
Eine quantitative Studie zu Kahlos Selbstporträts gibt diesem Werk sogar eine Null in ihrer speziellen, aus Katalognotizen abgeleiteten Codierungstabelle für Schmerz und Wut. Dieser Code beweist nicht, dass das Gemälde heiter oder frei von Trauer ist; er widerlegt auch die UNAM-Lektüre nicht. Er zeigt, wie unterschiedliche Methoden unterschiedliche Antworten aus demselben Werk gewinnen. Das ist ein Grund dafür, dass die gemalten Details und die dokumentarische Chronologie getrennt bleiben müssen. [18]
Masonite, Maße und die Privatsammlung
Der Saalführer der Fondation Beyeler und die aktuelle Presselegende nennen den Bildträger Masonite, ebenso die MoMA-Gesamtwerkliste von 1993 und die WOLFS-Inventarseite. Ein UNAM-Abbildungsverzeichnis und einige abgeleitete Bilddatensätze nennen stattdessen Leinwand. Das Zusammentreffen zweier Museumsnachweise über Jahrzehnte hinweg mit dem werkbezogenen Handelsdatensatz macht Öl auf Masonite zur am besten gestützten öffentlichen Beschreibung, auch wenn keine konservatorische Untersuchung gelesen wurde. [1] [7] [8] [15]
Beyeler nennt 54,6 × 43,2 cm, WOLFS 21½ × 17 Zoll, dieselbe Größe im Rahmen üblicher Umrechnung und Rundung. Die New Yorker MoMA-Liste nennt 20⅝ × 17 Zoll oder 52,5 × 43 cm: Die Breite liegt nahe, die Höhe ist aber ungefähr zwei Zentimeter kürzer. Ohne einen Rahmen-, Sichtmaß-, Rückseiten- oder Neumessungsnachweis wäre die Wahl einer Ursache Spekulation. Die aktuelle Beyeler/WOLFS-Angabe ist für diese Seite maßgeblich, während die Angabe von 1993 Teil der Werkgeschichte bleibt. [1] [7] [8]
Die aktuelle Museumsangabe lautet „Private collection, courtesy Thomas Ammann Fine Art AG, Zurich.“ Sie nennt weder einen rechtlichen Eigentümer noch die Bedingungen der Rolle der Galerie. Eine undatierte „SOLD“-Kennzeichnung auf der WOLFS-Seite kann weder Käufer, Verkäufer, Transaktionsdatum, Preis noch überhaupt angeben, ob der betreffende Verkauf eine Auktion war. Aus einem Online-Inventareintrag wird keine aktuelle Präsentation in einer Galerie abgeleitet. [1] [8] [9]
Auch ein Auftrag oder erster Empfänger ist nicht dokumentiert. Der Titel enthält keine Widmung, und die untersuchte Vorderseite liefert keine Orts- oder Empfängerinschrift. Rückseite, ursprünglicher Rahmen, technische Geschichte und frühe Übergabeunterlagen des Gemäldes sind nicht untersucht worden; ihr Fehlen in verfügbaren Quellen darf nicht zu einer vollständigen Provenienzbehauptung werden. [2] [4]
Verschollen, angeboten und wieder gesehen
Laut Salomon Grimberg und Kollegen im Fachblatt IFAR Journal führte das Kahlo-Werkverzeichnis von 1988 dieses Gemälde als dokumentiert, aber verschollen unter seiner eigenen Katalognummer 80. Ihre Aussage erklärt den historischen Status, vermittelt aber einen noch nicht direkt gelesenen Eintrag. „Verschollen“ bedeutete in diesem Katalog, dass die Bearbeiter es nicht aufspüren konnten, nicht unbedingt, dass es zerstört war. [4]
Bis September 1991 war das Gemälde für eine Wolf’s-Auktion in Cleveland wieder aufgetaucht. Ein zeitgenössischer Bericht der Los Angeles Times sagt, ein telefonisches Gebot von 1,2 Millionen Dollar habe den Mindestpreis des Verkäufers nicht erreicht, und eine ungenannte kalifornische Familie habe das Werk behalten. Ein vierseitiger Auktionsprospekt wurde mit einem Schätzpreis von 1,5–2 Millionen Dollar beworben, doch sein Essay und die genauen Provenienzaussagen bleiben hier ungelesen. Das erfolglose Gebot ist weder ein Verkaufspreis noch eine heutige Bewertung. [5] [19]
Dieser Schätzpreis folgte auf einen Verkauf eines anderen Kahlo-Selbstporträts im Mai 1991 für etwa 1,65 Millionen Dollar, den zeitgenössische Berichte damals als Meilenstein für lateinamerikanische Kunst bei Auktionen behandelten. Der Vergleich hilft, die Ambition von Wolf’s Schätzung zu erklären, belegt aber weder den Wert von Bonito noch einen gemeinsamen Eigentümer der beiden Gemälde. Im September war der Unterschied zwischen einer hohen öffentlichen Schätzung und einem Gebot unter dem Mindestpreis das Ereignis: Das Gemälde blieb trotz intensiver Aufmerksamkeit bei seinem Verkäufer. [5] [19] [24]
Derselbe Bericht sagt, Forscher hätten die Spur des Gemäldes verloren, nachdem Syrie Maugham es für eine Kriegsanstrengung gespendet hatte. Das ist ein wertvoller zeitgenössischer Hinweis, keine überprüfte Urkunde: Empfängerorganisation, Datum, Mechanismus und spätere Eigentümer sind nicht festgestellt. Die Angabe „Private collection“ in der MoMA-Liste von 1993 und Beyelers spätere Privatsammlungsangabe lassen sich nicht durch die Annahme verbinden, sie bezeichneten dieselbe Familie. [5] [7] [1]
Sein öffentliches Schicksal änderte sich anschließend. Die Werkliste der MoMA-Ausstellung Latin American Artists of the Twentieth Century nennt Autorretrato con Bonito unter den Werken der New Yorker Präsentation vom 6. Juni bis 7. September 1993. Die Ausstellung insgesamt hatte frühere Stationen in Sevilla, Paris und Köln, doch die New Yorker Liste allein beweist nicht, dass diese konkrete Leihgabe an jeder Station hing. [6] [7]
María Laura Ises archivgestützte spanische Studie ergänzt etwas, das die Liste nicht leisten kann: MoMAs Werbefaltblätter verwendeten vor allem dieses Gemälde und Emiliano di Cavalcantis Samba wieder. Ise liest ihre Verbreitung im Rahmen des breiteren Ausstellungsziels, moderne lateinamerikanische Kunst zu präsentieren, und hinterfragt zugleich Aspekte ihres weit gefassten, bisweilen vereinheitlichenden institutionellen Rahmens. Die werbliche Prominenz des Porträts ist dokumentiert; der Grund für seine Auswahl und seine Aufnahme durch jedes Publikum sind es nicht. [20]
Dieser Kontext verändert die Bedeutung von „berühmt“ in der späteren Geschichte des Gemäldes. Ein einmal als verschollen bezeichnetes Bild konnte durch die wiederholte Reproduktion eines Museums sehr sichtbar werden, ohne dass sein privater Besitz öffentlich bekannt wurde. Ise stellt fest, dass die Ausstellung exotische oder folkloristische Verkürzungen vermeiden wollte, obwohl ihre eigenen weit verbreiteten Bilder und ihre Sprache dieses Ziel erschwerten. Der Platz des Porträts in den Faltblättern gehört daher zu einer institutionellen Geschichte darüber, wie Kahlo präsentiert wurde, nicht nur zu einem Meilenstein in den Reisen des Gemäldes. [20] [7]
Die Fondation Beyeler stellte das Gemälde später als fünftes Objekt im fünften Saal von CLOSE-UP aus, das vom 19. September 2021 bis 2. Januar 2022 lief. Der genaue Eintrag ihres Führers liefert die umfangreichste aktuelle museale Lektüre der Kontraste, des Laubs und des Vogels. Beyeler illustriert nun mit dem Gemälde eine für den 31. Januar–17. Mai 2027 geplante Kahlo-Retrospektive, doch ein Pressebild vor der Eröffnung ist weder eine endgültige Leihgabenliste noch ein Beweis dafür, dass es aktuell zu sehen ist. [1] [13] [21]
Was die Quellen nicht belegen
Der wichtigste ungelesene Werkeintrag steht auf Seite 558, Katalognummer 88, von Frida Kahlo: The Complete Paintings. Eine veröffentlichte Forschungstabelle gibt diese genaue Fundstelle an, doch die eigenen Felder des Katalogs zu Inschrift, Bildträger, Provenienz, Ausstellungen und Bibliografie wurden nicht gelesen. Seine Nummer 88 gehört außerdem zu einem anderen Katalogsystem als die Verschollenennummer 80 von 1988 und darf nicht als Widerspruch oder zweites Gemälde behandelt werden. [4] [18] [22]
Als Nächstes stehen der vollständige Katalogeintrag von 1988, der vierseitige Wolf’s-Prospekt von 1991 und Herreras genaue, in der UNAM-Arbeit zitierte Seite an. Gemeinsam könnten sie klären, was „verschollen“ bedeutete, wie das Gemälde wieder auftauchte, wie Syrie Maugham in die Besitzfolge gelangte und wo die Trauerdarstellung entstand. Gannit Ankoris Bücher über Kahlo und Bruce Thomas Boehrers Arbeit zu Papageien bleiben mögliche Deutungsquellen; keine spezifische Aussage zu Selbstporträt mit Bonito wird aus ihren ungelesenen Seiten übernommen. [15] [19] [22]
Der Eigentümer oder sein Vertreter könnte andere Fragen durch eine Zugangs-, Leih- oder Konservierungsakte klären: die frühen Übergaben, den Aufbau der Platte, die genauen Maße und die Frage, ob eine Quellfotografie oder Vorstudie existiert. Bis diese Unterlagen zugänglich sind, behalten Werkgeschichte, Jahr, Deutung und spätere Verbreitung des Gemäldes unterschiedliche Gewissheitsgrade. [1] [2] [9]
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Selbstporträt mit Zopf zeigt eine andere Konstruktion von Haar und Kleidung aus dem Jahr 1941. Ich und meine Papageien und Selbstporträt mit Affen und Papagei unterscheiden zwei weitere Vogelporträts; Mode und Tehuana-Kleidung untersucht Kahlos breitere Selbstdarstellung.
Häufig gestellte Fragen
Die Fondation Beyeler nennt den gemalten Begleiter einen als Haustier gehaltenen Papagei; das Museo Frida Kahlo nennt den Hausvogel Bonito einen Sittich. Beide stützen den Namen und die allgemeine Vogelidentifizierung, doch die genaue Art des gemalten Vogels ist nicht authentifiziert worden. [1] [10]
Das ist nicht gezeigt worden. Oles berichtet, der Vogel sei im Dezember 1941 gestorben, doch das Gemälde hat nur eine Jahresdatierung und keinen verifizierten Monat. Eine Deutung als Bild nach dem Tod bleibt somit möglich statt gesichert. [3] [10]
Die aktuelle öffentliche Angabe ist eine ungenannte Privatsammlung, und eine werkbezogene Ausstellung ist nicht verifiziert. Beyelers Kahlo-Presseseite für 2027 verwendet das Gemälde zur Illustration einer künftigen Ausstellung, doch seine tatsächliche Aufnahme sollte nach der Eröffnung anhand der endgültigen Werkliste geprüft werden. [1] [21]
Diskussion
Nutzen Sie die angeführten Belege und Ihre eigene genaue Betrachtung, um Ihre Sicht zu erläutern. Die folgenden Fragen sind Ausgangspunkte, keine feststehenden Deutungen.
Gedanken der Leser
Was bewirkt die Position des Vogels für den engen Bildausschnitt des Porträts?
Wie sicher lässt sich dieser Vogel als Bonito identifizieren?
Welche Belege stützen eine Trauerdeutung — und welche nicht?
Beteiligen Sie sich am Gespräch
Welche Deutung passt am besten zu den Belegen, und wo bleiben Unsicherheiten?
Quellen
- Fondation Beyeler, englischer Saalführer CLOSE-UP, physische PDF-S. 13 / Saal fünf, Eintrag fünf: Titel, Datum, Masonite-Bildträger, Privatsammlungsangabe und zugeschriebene formale Deutung; aktuelle Beyeler-Medienlegende, Bild und Titel zu Self-Portrait with Bonito. Quellentext 1 ansehen; Quellentext 2 ansehen.
- Redaktionelle Nahbetrachtung anhand des offiziellen Pressebilds der Fondation Beyeler und des Saalführers CLOSE-UP von 2021 (Quelle 1), abgeglichen mit der MoMA-Ausstellungswerkliste von 1993 (Quelle 7). Eine Reproduktion belegt weder den materiellen Zustand noch erlaubt sie eine erneute Veröffentlichung des Gemäldes. Quellentext ansehen.
- James Oles, MALBA-Essay zum eigenständigen Self-Portrait with Monkey and Parrot, Absatz und Anmerkungen zu Bonitos Tod im Dezember 1941 und Warnung vor ausschließlich autobiografischen Tierdeutungen; nur zum Vergleich. Quellentext ansehen.
- Salomon Grimberg, Jane C. H. Jacob und Laurent Sozzani, „Two Frida Kahlo Portraits: One Found, One Confirmed“, IFAR Journal 14, Nr. 3 (2013), Zeitschriften-S. 24, Fußnote 7: Nummer 80 und Verschollenheitsstatus im Katalog von 1988; der Artikel ist über das von den Autoren verbreitete Exemplar zugänglich. Quellentext ansehen.
- Katie Mosher, „Price of Kahlo Painting Scares Off Buyers“, Los Angeles Times, 21. September 1991: erfolgloses Gebot von 1,2 Millionen Dollar, kalifornische Familie, berichteter Kriegsweg über Syrie Maugham; keine zugrunde liegende Urkunde oder Auktionsergebnisunterlage gelesen. Quellentext ansehen.
- MoMA, Ausstellungsnachweis Latin American Artists of the Twentieth Century, New Yorker Daten 6. Juni–7. September 1993 und europäische Reiseroute des Gesamtprojekts; nennt für sich genommen nicht dieses Gemälde. Quellentext ansehen.
- MoMA, Gesamtwerkliste von 1993, physische PDF-S. 13, New Yorker Liste: Autorretrato con Bonito [Self-Portrait with Bonito], Öl auf Masonite, 52,5 × 43 cm, Privatsammlung. Quellentext ansehen.
- WOLFS Fine Paintings and Sculpture, Inventar Self-Portrait with Bonito, aktueller Werktext Zeilen 18–33: Öl auf Masonite, 21½ × 17 Zoll, oben rechts signiert und datiert, undatierte SOLD-Kennzeichnung; keine Transaktionsdetails. Quellentext ansehen.
- Die aktuelle Presselegende der Fondation Beyeler liefert die Privatsammlungs-/Courtesy-Angabe; die WOLFS-Werkseite liefert nur eine undatierte Verkaufskennzeichnung. Keine der beiden belegt einen aktuell namentlich bekannten Eigentümer oder eine Ausstellung, und kein konsultierter Nachweis belegt einen ursprünglichen Auftrag oder eine technische Geschichte. Quellentext 1 ansehen; Quellentext 2 ansehen.
- Museo Frida Kahlo, Chronologie 1941, spanische und englische Einträge zu Bonito, Emmy Lou Packard, Tieren und Guillermo Kahlo; häuslicher Kontext, kein Nachweis zur Werkentstehung. Quellentext ansehen.
- Harry Ransom Center Magazine, Kuratorinneninterview mit Adriana Zavala, 21. Juli 2015, Passage zu Bonito und Kunststücken gegen Butter im Haushalt. Dies ist zugeschriebene kuratorische Erinnerung; der zugrunde liegende Haushaltsbericht wurde nicht untersucht. Quellentext ansehen.
- MALBA, James Oles’ Essay zu Self-Portrait with Monkey and Parrot (1942), nur zum Vergleich; seine Angaben zu Tier, Bildträger und Sitzung werden nicht auf Self-Portrait with Bonito übertragen. Quellentext ansehen.
- Fondation Beyeler, Saalführer CLOSE-UP, physische PDF-S. 12–13: Rahmen des konstruierten Selbstporträts, Renaissance-Brustbildvergleich, Werkbeschriftung in Saal fünf und Ausstellungskontext 2021–2022. Quellentext ansehen.
- Redaktioneller Vergleich mit Selbstporträt mit Zopf, Ich und meine Papageien und MALBAs Self-Portrait with Monkey and Parrot; dies sind eigenständige Werke, und Angaben zu einem Gemälde werden nicht auf ein anderes übertragen. Quellentext ansehen.
- Carlos Omar Segoviano Rodríguez, La Fridomanía (UNAM-Abschlussarbeit), 2011, physische PDF-S. 99 / gedruckte S. 84 und Abbildungsverzeichnis physische S. 266 / gedruckte S. 251: zugeschriebene Trauerdeutung, Verweis auf Herrera S. 258 und unvereinbare Leinwandangabe. Quellentext ansehen.
- Rosa Maria Unda Souki, „On the Corner of Londres and Allende Streets“, Atelier Hermès Review 8, ungefähr gedruckte S. 76; ein indexierter englischer Auszug wurde geprüft, keine frisch verifizierte vollständige Seite. Die spekulative Formulierung der Autorin bleibt erhalten. Quellentext ansehen.
- Andrea Kettenmann, Frida Kahlo 1907–1954: Dolor y pasión (2003), physische PDF-S. 96 / gedruckte S. 93: Guillermo Kahlos Tod am 14. April 1941; einschlägige Seite im digitalen Exemplar der Universidad Central del Ecuador gelesen. Quellentext ansehen.
- Federico E. Turkheimer und Kollegen, „The art of pain“, Frontiers in Human Neuroscience, 2022, Zeile zu Self-Portrait with Bonito in Tabelle 1: methodenspezifische Null und genaue Fundstelle Complete Paintings S. 558 / Kat. 88, kein psychologischer Befund. Quellentext ansehen.
- Salomon Grimberg, Frida Kahlo. 41 (Wolf’s-Auktionsprospekt von 1991), ein vierseitiges Werbeblatt mit einem Schätzpreis von 1,5–2 Millionen Dollar, durch Antiquariatsmetadaten identifiziert. Der Prospekttext und Grimbergs Essay wurden nicht konsultiert. Quellentext ansehen.
- María Laura Ise, „La perspectiva de fin de siglo“, Índex 4, 2017, gedruckte S. 182: Vergleich von Self-Portrait with Bonito und Cavalcantis Samba in Werbefaltblättern und zugeschriebene institutionelle Kritik. Quellentext ansehen.
- Fondation Beyeler, Frida-Kahlo-Medienseite und Programm für 2027, aktualisiert am 3. Oktober 2026: geplant für 31. Januar–17. Mai 2027; das Pressebild beweist keine endgültige Leihgabe dieses Gemäldes. Quellentext 1 ansehen; Quellentext 2 ansehen.
- Der TASCHEN-Verlagsnachweis zu Frida Kahlo: The Complete Paintings identifiziert die Ausgabe, deren Eintrag S. 558 / Kat. 88 ungelesen bleibt. Eintrag 80 des Katalogs von 1988, Herrera S. 258, der Wolf’s-Prospekt und Eigentümerakten bleiben ebenfalls unkonsultiert; keine ungesehene Aussage wird übernommen. Quellentext ansehen.
- University of Southern California, Eintrag in Micro-landscapes of the Anthropocene zu Self-Portrait with Bonito, spätere Projektbeschreibung mit Aufmerksamkeit für Vogel, Raupen und Schmetterling; Rezeption, keine Quelle zur Objektidentität oder Biologie. Quellentext ansehen.
- Suzanne Muchnic, „Recession Slows Sale of Latin American Artworks“, Los Angeles Times, 18. Mai 1991: Verkauf des anderen Self-Portrait with Loose Hair für 1,65 Millionen Dollar; Christies offizielles Los datiert dieses Bild auf 1947. Nur kontextueller historischer Vergleich. Quellentext 1 ansehen; Quellentext 2 ansehen.
- Die Chronologie des Museo Frida Kahlo liefert die Datierungen der Vergleichswerke; die Markierung 1941 für Self-Portrait with Bonito folgt der Werklegende der Fondation Beyeler, die keinen genauen Monat nennt. Quellentext 1 ansehen; Quellentext 2 ansehen.



