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Tom Gurney BSc (Hons) beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Kunstgeschichte

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Fassade des Hôtel Salé, Sitz des Musée national Picasso-Paris.
Fassade des Hôtel Salé, Sitz des Musée national Picasso-Paris. Bildnachweis.

Einleitung

Picassos Werke verteilen sich auf Museen in mehreren Ländern, während die Orte seines Lebens eine andere Geschichte erzählen. Málaga hat sowohl ein Museum in seinem Geburtshaus als auch ein eigenes Museum mit Werken aus seiner gesamten Laufbahn. Barcelona ist besonders wichtig für seine Ausbildung und die späte Serie Las Meninas. Paris vereint Kunst und Archive aus vielen Phasen. Madrid ist für die öffentliche Geschichte von Guernica zentral. Dies sind unterschiedliche Gründe, eine Institution zu besuchen oder zu erforschen; kein einziges Gebäude enthält den vollständigen Picasso.[1][2][3][4][5]

Die Sammlung eines Museums ist nicht dasselbe wie die Werke, die heute in seinen Sälen hängen. Arbeiten können verliehen, restauriert, gelagert oder vorübergehend anders gehängt werden. Ein in Paris entstandenes Bild kann sich heute in New York befinden; ein nach Picasso benanntes Museum steht nicht unbedingt in einem Haus, in dem er lebte. Der folgende Leitfaden nennt dauerhafte Stärken der Sammlungen und direkte Nachweise zu einzelnen Objekten. Prüfen Sie vor einer Reise die aktuellen Ausstellungs- und Besuchsinformationen der jeweiligen Institution.[4][5][6]

Auf einen Blick

  • Málaga: Picassos Geburtshaus und ein eigenständiges Sammlungsmuseum
  • Barcelona: Besonders wichtig für seine Ausbildung und die Serie Las Meninas
  • Paris und Madrid: Kunst und Archive in Paris; öffentliche Geschichte von Guernica in Madrid
  • Vor dem Besuch: Aktuelle Ausstellungen und Leihgaben bei jedem Museum prüfen

Inhalt

  1. Málaga: Geburtshaus und Sammlung sind verschiedene Museen
  2. Barcelona: Ausbildung, Familienbesitz und Las Meninas
  3. Paris: eine Sammlung einschließlich des Arbeitsarchivs des Künstlers
  4. Antibes: ein Museum, das kurzzeitig ein wirkliches Atelier war
  5. Madrid: Guernica und seine Dokumentationsgeschichte
  6. Werke in New York, Washington und anderen Sammlungen
  7. Die Institution nach der Fragestellung wählen
  8. Orte in Picassos Leben sind nicht unbedingt Picasso-Museen
  9. Ein Werk vor dem Besuch überprüfen

Málaga: Geburtshaus und Sammlung sind verschiedene Museen

Picasso wurde 1881 am Plaza de la Merced 15 in Málaga geboren. Das Gebäude ist heute das Museo Casa Natal Picasso[1], dessen Darstellung mit seiner Familie, Kindheit und frühen künstlerischen Umgebung beginnt. Hier lässt sich das Kind Pablo Ruiz Picasso mit der Stadt verbinden, in der er sein erstes Jahrzehnt verbrachte; eine enzyklopädische Folge großer Gemälde sollte man nicht erwarten. Die Bestände reichen auch über seine Kindheit hinaus: Die Beschreibung der Sammlung[1] nennt grafische Arbeiten, Keramiken und ein Skizzenbuch mit Vorstudien für Les Demoiselles d’Avignon. Besucher sollten prüfen, welche dieser Objekte tatsächlich ausgestellt sind, denn ein Sammlungsnachweis ist keine Ausstellungsliste.[1]

Der Innenhof des Museo Picasso Málaga im Palacio de Buenavista.
Der Innenhof des Museo Picasso Málaga im Palacio de Buenavista. Bildnachweis.

Das Museo Picasso Málaga[2] ist eine eigene Institution im Palacio de Buenavista. Anhand von Werken aus Picassos gesamter Laufbahn zeigt es Veränderungen von Motiv, Form und Medium, von den Ausbildungsjahren über Kubismus und klassizistische Arbeiten bis zur Keramik. Der Palast hat seine eigene Baugeschichte; er ist nicht das Haus am Plaza de la Merced, in dem Picasso geboren wurde. Die Sammlung entwickelte sich durch Schenkungen der Familie, Ankäufe und Leihgaben. Die Galerien können sich deshalb ändern, auch wenn der umfassende Auftrag des Museums bestehen bleibt.[2]

Diese Unterscheidung ist hilfreicher als ein Wettstreit darum, welches Museum in Málaga „das echte Picasso-Museum“ sei. Die Casa Natal beantwortet Fragen zu Familie, Herkunft und den Umständen seiner frühesten Jahre. Das Museo Picasso Málaga eröffnet eine breitere Begegnung mit der Kunst selbst. Beide gehören zu seiner Geburtsstadt, bewahren aber unterschiedliche Arten von Zeugnissen. Wer ein Dokument aus der Kindheit untersucht, sollte in einem anderen Katalog beginnen als jemand, der eine spätere Keramik oder ein Porträt sucht.[1][2]

Barcelona: Ausbildung, Familienbesitz und Las Meninas

Picassos Jahre in Barcelona waren prägend. Das Museu Picasso[3] der Stadt ist besonders wichtig für seine frühe Ausbildung, Jugendwerke, die Entwicklung einer eigenen Bildsprache und die vollständige Serie Las Meninas. Diese Bestände gemeinsam zu sehen, erschwert die verbreitete Geschichte eines Wunderkinds, das akademisches Können einfach hinter sich ließ. Zeichnungen, Studien und frühe Gemälde zeigen, was er lernte; spätere Werke zeigen, wie er es nutzte, erprobte und infrage stellte.[3]

Das Museu Picasso in Barcelona, dessen Sammlung viele frühe Werke Picassos bewahrt.
Das Museu Picasso in Barcelona, dessen Sammlung viele frühe Werke Picassos bewahrt. Bildnachweis.

Die Gestalt der Sammlung hat eine Geschichte. Jaume Sabartés, Picassos Freund und Sekretär, half bei der Gründung des Museums. Picasso schenkte ihm später die Gruppe Las Meninas und einen umfangreichen Bestand von Werken, die seine Familie in Barcelona aufbewahrt hatte. Die Darstellung der Sammlung durch das Museum[3] erklärt, weshalb ihre Schwerpunkte keine zufällige Auswahl aus dem Kunstmarkt sind: Beziehungen, städtische Sammlungstätigkeit und die Schenkungen des Künstlers machten gerade dieses Ensemble möglich. „Vollständige Serie Las Meninas“ beschreibt den Bestand, nicht das Versprechen, dass jede Leinwand an jedem Tag zu sehen ist.[3]

Barcelona ist auch ein Ausgangspunkt, um ein Netz von Orten zu verstehen, nicht nur ein Museum. Die ausführliche katalanische Chronologie[9] des Museums dokumentiert seine Ausbildung in der Stadt und seine Verbindungen zu Horta de Sant Joan, Gósol und anderen katalanischen Orten. Ihre Namen dienen manchmal als Kürzel für Stilwandel, doch die Beziehung zwischen Ort und Werk muss für jedes Objekt einzeln geprüft werden. Ein Aufenthalt in einem Dorf bedeutet nicht, dass die dort entstandenen Gemälde heute auch dort aufbewahrt werden. Das Museum in Barcelona ist ein Ankerpunkt der Forschung, weil es Werke, Dokumente und Chronologie verknüpft.[3][9]

Videos: Pablo Picasso

Entdecken Sie Picasso in fünf Videos von Museen und Kulturmedien.

Paris: eine Sammlung einschließlich des Arbeitsarchivs des Künstlers

Das Musée national Picasso-Paris[4] zeichnet sich durch die Breite seiner Bestände aus: Malerei, Skulptur, Zeichnung, Druckgrafik, Keramik, Skizzenbücher und Archive. Zur Sammlung gehören Werke, die bei Picasso verblieben und über seine Erben in den französischen Nationalbesitz gelangten. Sie umfasst auch Materialien, die die Entwicklung von Objekten dokumentieren: Studien, Probedrucke, Fotografien und schriftliche Unterlagen. Besucher und Forschende können daher nicht nur fragen, wie ein vollendetes Werk aussieht, sondern auch, wie eine Fassung, ein Modell oder ein Druckzustand mit einem anderen zusammenhängt.[4]

Das Museum dokumentiert bedeutende Sachleistungen zur Begleichung von Erbschaftssteuern in den Jahren 1979 und 1990 sowie weitere Ankäufe und ein umfangreiches Archiv. Es besitzt auch Werke anderer Künstler, die Picasso gesammelt hatte. Der letzte Punkt verhindert ein verbreitetes Missverständnis: Nicht alles, was ein Picasso-Museum zeigt oder katalogisiert, wurde von Picasso geschaffen. Manche Objekte erklären die Kunst, der er begegnete und die er behielt. Das Pariser Museum ist eine Sammlungs- und Forschungseinrichtung in einer historischen Stadt, in der er lebte und arbeitete; es sollte nicht für einen seiner ehemaligen Atelierräume gehalten werden.[4]

Für eine erste Begegnung liegt der Wert von Paris in der Vielfalt statt in einer festen „Top Ten“-Liste. Wer sich für eine kubistische Konstruktion, eine spätere Skulptur, eine Keramik oder einen Probedruck interessiert, kann mit dem Sammlungsnachweis des Museums beginnen und danach fragen, ob das Objekt gegenwärtig zugänglich ist. Auch ein Museum mit sehr umfangreichen Beständen kann nicht jedes empfindliche Werk gleichzeitig öffentlich zeigen. Papierarbeiten, Archive und restauratorische Materialien können anderen Zugangsregeln unterliegen als Gemälde in den Sälen. Die Sammlungswebsite ist der maßgebliche Ausgangspunkt für ein Objekt, aber keine Zusicherung über die heutige Hängung.[4]

Antibes: ein Museum, das kurzzeitig ein wirkliches Atelier war

Das Musée Picasso in Antibes steht in einer anderen Beziehung zum Ort. 1946 arbeitete Picasso im Château Grimaldi, das damals bereits ein Museum war, nachdem dessen Kurator ihn eingeladen hatte, einen Teil des Gebäudes als Atelier zu nutzen. Die Museumsgeschichte der Stadt[6] dokumentiert einen Grundstock von Gemälden und Zeichnungen, die er Antibes nach diesem Aufenthalt überließ. Später kamen Keramiken zu den Picasso-Beständen hinzu. Hier ist das Museum sowohl Schauplatz einer Schaffensphase als auch eine durch sie geprägte Sammlung.[6]

Das Château Grimaldi in Antibes, heute Musée Picasso, in dem Picasso 1946 arbeitete.
Das Château Grimaldi in Antibes, heute Musée Picasso, in dem Picasso 1946 arbeitete. Bildnachweis.

Diese Verbindung macht Antibes zu einem besonders unmittelbaren Zeugnis für die Mittelmeerjahre. Sie bedeutet nicht, dass jedes heute mit der Region verbundene Werk in Antibes entstanden ist oder dass alle Objekte aus dem Aufenthalt von 1946 dauerhaft in den Räumen gezeigt werden, in denen sie geschaffen wurden. Die Darstellung der Mittelmeerjahre[9] des Pariser Picasso-Museums ordnet das Atelier in Antibes in eine größere Verlagerung nach Südfrankreich und Picassos Hinwendung zur Keramik in Vallauris ein. Die Orte liegen nahe beieinander, doch Tätigkeiten und Sammlungen sind nicht austauschbar.[6][9]

Madrid: Guernica und seine Dokumentationsgeschichte

Das Museo Reina Sofía[5] ist die maßgebliche Institution für Guernica. Sein Objektnachweis nennt das Gemälde, seine Datierung auf 1937, den Erwerb durch die Spanische Republik und die Rückkehr nach Spanien 1981, nachdem es jahrzehntelang in der Obhut des MoMA gewesen war. 1992 kam es in das Reina Sofía. Das Werk entstand für den spanischen Pavillon der Pariser Weltausstellung von 1937. Madrid ist somit sein heutiger Museumskontext, nicht sein Entstehungsort oder der Ort seiner ersten Ausstellung.[5]

Das Museo Reina Sofía in Madrid, das Guernica aufbewahrt.
Das Museo Reina Sofía in Madrid, das Guernica aufbewahrt. Bildnachweis.

Das Museum bietet außerdem Repensar Guernica[5], ein umfangreiches Forschungsprojekt mit Dokumenten zu Auftrag, Entstehung, Reisen, Rezeption und späteren Bedeutungen des Bildes. Es ist auch für Menschen wertvoll, die Madrid nicht besuchen können: Die öffentliche Geschichte des Werks lässt sich verfolgen, ohne sich auf eine einzige glatte Anekdote über seine Symbole zu verlassen. Der Zugang zu Dokumenten verleiht jedoch kein Recht zur Reproduktion der Bilder, und eine digitale Präsentation ersetzt nicht die Erfahrung des Leinwandformats.[5]

Der Unterschied zwischen dem Ort der Entstehung, Ausstellung, Aufbewahrung und Erforschung eines Werks wird hier besonders deutlich. Guernica entstand in Paris als Reaktion auf die Bombardierung der baskischen Stadt, deren Namen es trägt, reiste weit, blieb jahrelang in New York und gehört heute zur Sammlung eines Museums in Madrid. Jeder Ort trägt zur Geschichte des Bildes bei. Die schlichten Aussagen „Picasso malte es in Madrid“ oder „es gehört dem MoMA“ wären falsch; ein altes Ausstellungsfoto belegt nicht, wo es heute hängt.[5]

Werke in New York, Washington und anderen Sammlungen

Museen, die nicht nach Picasso benannt sind, besitzen einige seiner meistuntersuchten Werke. In New York verzeichnet das MoMA Les Demoiselles d’Avignon[7], Drei Musikanten und eine konstruierte Gitarre. Diese Objekte ermöglichen unterschiedliche Fragen: Wie veränderte sich ein großes Gemälde während seiner Entstehung? Wie können kubistische Zeichen auf einer späteren Leinwand wiederkehren? Wie lässt sich ein Musikinstrument aus flachen Materialien bauen? Das Metropolitan Museum of Art besitzt das Porträt von Gertrude Stein[7], für das restauratorische Untersuchungen und die Texte der Porträtierten unterschiedliche Belegarten liefern. Dies sind benannte Sammlungsbestände, keine Garantie, dass alle vier Werke bei einem einzigen Besuch zu sehen sind.[7]

In Washington verzeichnet die National Gallery of Art Die Tragödie[7], ein Gemälde von 1903, das der Blauen Periode zugeordnet wird. Sein Objektnachweis enthält Material, Maße, Provenienz und Ausstellungsgeschichte. Das ist eine bessere Grundlage zum Auffinden eines benannten Gemäldes als ein reproduziertes Bild ohne Inventarnummer. Institutionenübergreifend gilt derselbe Grundsatz: Suchen Sie einen Titel zusammen mit Datum, Material und Sammlungsnummer, denn Picasso wiederholte Motive, und manche Titel haben mehrere Varianten.[7]

Deutschland bietet einen aufschlussreichen Gegensatz zwischen Sammlungstiefe und Zugang für Besucher. Das Museum Ludwig[8] in Köln beschreibt Bestände aus Malerei, Keramik, Skulptur und bedeutenden Druckserien. Das Berliner Museum Berggruen[8] besitzt ebenfalls eine umfangreiche Picasso-Sammlung von frühen Arbeiten bis zu späteren Gemälden. Bei der Prüfung im Oktober 2026 teilte die Website des Berliner Museums mit, dass sein gewöhnliches Gebäude wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, während die Sammlung auf Tournee ist. Es wäre irreführend, die Adresse als sicheren Ort zur Besichtigung dieser Werke anzugeben. Zu prüfen sind die Online-Sammlung und das aktuelle Ausstellungsprogramm.[8]

Die Institution nach der Fragestellung wählen

Wer Picassos Anfänge untersucht, kann das Familien- und Kindheitsmaterial der Casa Natal mit den umfangreichen Barceloner Zeugnissen zu Ausbildung, frühen Zeichnungen und Werken aus Familienbesitz vergleichen. Diese Institutionen beantworten verwandte, aber unterschiedliche Fragen: Die eine beginnt beim Haus und seinem sozialen Umfeld, die andere bei einer ungewöhnlich dichten Kunstsammlung. Keine erklärt für sich allein jede spätere Entwicklung. In Málaga ergänzt der Palacio de Buenavista eine breitere Folge reifer Medien und Motive, sodass die beiden Museen derselben Stadt einander ergänzen statt verdoppeln.[1][2][3]

Wer wissen möchte, wie ein Objekt entstand, sollte über das größte oder bekannteste Gemälde hinausblicken. Die Archive und medienübergreifenden Bestände in Paris können eine Idee mit Studien, Probedrucken und Modellen verbinden; Barcelonas Zeichnungen und die Serie Las Meninas machen serielle Veränderung besonders gut sichtbar. Die Druckgrafikzyklen in Köln bieten einen weiteren Zugang zu Wiederholung und Variation. Am sinnvollsten kann eine Sammlungsdatenbank oder wissenschaftliche Studie vor einem Besuch sein, besonders wenn das gesuchte Objekt eine Zeichnung, Druckgrafik oder Urkunde ist, die nicht dauerhaft ausgestellt werden kann.[3][4][8]

Für Guernica sind Madrids Forschungsprojekt und Objektnachweis die naheliegenden ersten Quellen. Seine Geschichte führt aber auch nach Paris, wo Picasso es malte, und nach New York, wo das MoMA es jahrzehntelang verwahrte. Beim Kubismus bieten Les Demoiselles d’Avignon im MoMA und die Konstruktionen des Pariser Museums unterschiedliche Belege: hier eine bedeutende Leinwand, dort die Bewegung zwischen Bild und Objekt. Die Wahl zwischen ihnen sollte der Frage folgen, nicht der Behauptung, eines der Museen sei allgemein „das beste“.[4][5][7]

Diese Sammlungen entstanden durch unterschiedliche Formen des Sammelns, Schenkens und der öffentlichen Kulturpolitik. Picassos eigene Schenkungen prägten Barcelona; Zuwendungen der Familie halfen beim Aufbau der Bestände in Málaga und Paris; eine besondere Beziehung zur Stadt verankerte Antibes; einzelne Mäzene und Vermächtnisse brachten Werke in große Museen außerhalb Spaniens und Frankreichs. Diese Geschichte erklärt, warum die Bestände nach Zeit und Medium ungleich verteilt sind. Sie erinnert auch daran, dass ein „Picasso-Museum“ eine Institution mit eigener Entstehungsgeschichte ist und kein neutraler Behälter für alles, was er hervorbrachte.[2][3][4][6][7]

Orte in Picassos Leben sind nicht unbedingt Picasso-Museen

Picassos Biografie beginnt in Málaga, führt über A Coruña und Barcelona und umfasst Studien und Besuche in Madrid, Aufenthalte in Katalonien, ein langes Arbeitsleben in Frankreich und einen späteren Wohnsitz im Süden. Die Barceloner Chronologie[9] und die Darstellung der Mittelmeerjahre durch das Pariser Museum[9] erlauben es, diese Bewegung nachzuverfolgen, ohne den heutigen Standort eines Werks mit seinem Entstehungsort zu verwechseln.[9]

Das Centre Picasso in Horta de Sant Joan, fotografiert 2024, erinnert an Picassos Aufenthalte in der Stadt.
Das Centre Picasso in Horta de Sant Joan, fotografiert 2024, erinnert an Picassos Aufenthalte in der Stadt. Bildnachweis.

Manche Orte sind mit einer besonders konkreten Tätigkeit verbunden: Antibes mit dem Atelier im Château Grimaldi 1946, Vallauris mit der Keramikwerkstatt Madoura und Barcelona mit der Ausbildung und den Familiennetzwerken, die beim Aufbau der Museumssammlung halfen. Andere Stätten können anders genutzt werden, privat sein oder die Picasso bekannten Bedingungen nicht mehr bewahren. Ein Museum kann einen Ort erklären, ohne selbst dieser Ort zu sein; umgekehrt ist ein ehemaliges Atelier nicht automatisch ein öffentliches Museum mit bedeutenden Beständen. Um ein bestimmtes Kunstwerk zu verstehen, sollte man getrennt fragen, wo es entstand und wo eine Institution es heute aufbewahrt.[1][3][6][9]

Ein Werk vor dem Besuch überprüfen

Suchen Sie zunächst die Objektseite des Museums, das das Werk besitzt. Prüfen Sie Titel, Datum, Material und Inventar- oder Zugangsnummer, besonders bei wiederkehrenden Titeln wie Weinende Frau oder bei Werken, die später gegossen oder ediert wurden. Prüfen Sie anschließend die aktuellen Angaben zur Ausstellung oder Ausleihe. Steht auf einer Seite „Sammlung“, aber nicht „zu sehen“, folgern Sie nicht, dass das Objekt ausgestellt ist. Ist ein Museumsgebäude geschlossen oder eine Sammlung auf Tournee, nutzen Sie die aktuellen Ortsinformationen der Institution statt eines alten Reiseführers. Fragen Sie das Museum schließlich direkt nach Öffnungszeiten, Besuchsregelungen und Barrierefreiheit; diese Angaben ändern sich schneller als eine kunsthistorische Darstellung.[4][5][7][8]

Diese Methode hilft auch ohne Reiseabsicht. Museumsnachweise enthalten häufig Provenienz, technische Beschreibung und weiterführende Forschung. Ein direkter Link zur Institution ermöglicht es, solche Belege zu prüfen und zugleich die Rechte an Picassos Werken und ihren Fotografien zu respektieren. So entsteht eine verlässlichere Landkarte Picassos als durch eine Liste, die Geburtshaus, ehemaliges Atelier, Eigentümer einer Sammlung und heutige Galerie behandelt, als seien sie dasselbe.[1][4][5][6]

Diskussion

Nutzen Sie die Belege und Ihre eigene genaue Betrachtung, um Ihre Sicht zu erläutern. Dies sind redaktionelle Anregungen, keine Leserkommentare.

Anregungen zum Nachdenken

Genaues Hinsehen

Welche Sammlung eignet sich am besten für das Werk oder die Phase, die Sie untersuchen möchten?

Kontext

Wie würde eine Leihgabe oder neue Hängung einen Besuch verändern, ohne die Sammlung des Museums zu verändern?

Offene Frage

Welcher Ort bewahrt Zeugnisse aus Picassos Leben, besitzt aber das besprochene Werk nicht?

Beteiligen Sie sich am Gespräch

Welche Deutung passt am besten zu den Belegen?

Quellen

  1. Museo Casa Natal Picasso, Haus und Sammlung; Einführung in die Sammlung.
  2. Museo Picasso Málaga, Sammlung; Palacio de Buenavista.
  3. Museu Picasso Barcelona, Vorstellung des Museums; Geschichte der Sammlung.
  4. Musée national Picasso-Paris, Sammlung.
  5. Museo Reina Sofía, Guernica; Repensar Guernica.
  6. Stadt Antibes, Geschichte des Musée Picasso.
  7. MoMA, Les Demoiselles d’Avignon; Drei Musikanten; Gitarre; The Met, Gertrude Stein; National Gallery of Art, Die Tragödie.
  8. Museum Ludwig, Picasso-Sammlung; Museum Berggruen, Sammlung und Renovierungsstand.
  9. Museu Picasso Barcelona, katalanische Chronologie; Musée Picasso-Paris, Mittelmeerjahre.

Bildnachweise

  1. Ibex73. CC BY-SA 4.0. Quelle: Wikimedia Commons. Proportional auf 1.024 px Breite verkleinert, ohne Beschnitt. Originalnachweis. Lizenz.
  2. Emilio Luque. CC BY-SA 4.0. Proportional auf 1.024 Pixel Breite verkleinert, ohne Beschnitt. Quelldatensatz. Lizenz.
  3. Edgardo W. Olivera from Montevideo, Uruguay. CC BY 2.0. Proportional auf 1.024 Pixel Breite verkleinert, ohne Beschnitt. Quelldatensatz. Lizenz.
  4. Clemensfranz. CC BY-SA 3.0. Proportional auf 1.024 Pixel Breite verkleinert, ohne Beschnitt. Quelldatensatz. Lizenz.
  5. Deror_avi. CC BY-SA 3.0. Proportional auf 1.024 Pixel Breite verkleinert, ohne Beschnitt. Quelldatensatz. Lizenz.
  6. Juan Emilio Prades Bel. CC BY 4.0. Proportional auf 1.024 Pixel Breite verkleinert, ohne Beschnitt. Quelldatensatz. Lizenz.