
Einführung
In Pablo Picassos Dora Maar au chat sitzt eine Frau aufrecht auf einem Stuhl, während eine kleine schwarze Katze nahe ihrer Schulter auf dessen Lehne balanciert. Ihr blumengeschmückter Hut, die gestreifte Bluse, der gemusterte Rock und die langen spitzen Finger füllen eine Leinwand, die fast ebenso unruhig wirkt wie die Silhouette des Tieres. Ruhige Flächen gibt es kaum. Die Figur ist monumental, doch weder Stuhl noch Ornamente fügen sich zu einer einfachen, stabilen Ordnung. Picasso schuf ein Porträt, das zugleich feierlich und beunruhigend erscheinen kann, ohne uns genau mitzuteilen, was die beiden Eindrücke für die Dargestellte bedeuteten.[1]
Das hier behandelte Werk ist ein Ölgemälde, unten links mit „Picasso 41.“ signiert und datiert. Sotheby’s gab die Maße mit 129,5 × 97 Zentimetern an, als es 2006 in New York als Los 14 versteigert wurde. Der französische Titel bedeutet „Dora Maar mit Katze“. Diese Angaben sind wichtig, weil Picasso viele Porträts von Maar schuf, darunter weitere sitzende Figuren und Werke, die schlicht Portrait de Dora Maar heißen. Datum, Material und die unverwechselbare schwarze Katze unterscheiden diese Leinwand von 1941 von den anderen Bildern.[1][2]
Auf einen Blick
- Dargestellte: Dora Maar
- Szene: Eine sitzende Frau mit einer kleinen schwarzen Katze auf der Stuhllehne
- Bildwirkung: Gemusterte Kleidung und scharf geformte Finger füllen die Leinwand
Dora Maar mit Katze in Picassos Laufbahn
Erste Kommunion
1896Drei Musikanten
1921Guernica
1937Las-Meninas-Serie
1957Die Datierung des hervorgehobenen Werks berücksichtigt die Erläuterungen in den Quellen auf dieser Seite. Die anderen Werke sind ausgewählte Vergleichspunkte, nicht Anfang oder Ende eines Stils.
Inhalt
- Was ist auf dem Gemälde zu sehen?
- Dora Maar war Künstlerin, nicht nur Modell
- Ein Porträt aus dem besetzten Paris
- Die Katze und die Grenzen der Deutung
- Von einer Pariser Sammlung zur Versteigerung 2006
- Welches Dora-Maar-Porträt?
Was ist auf dem Gemälde zu sehen?
Maar nimmt fast die gesamte Höhe des Porträts ein. Ihr Hut reicht nahe an den oberen Bildrand; Körper und Kleid drängen sich an den Stuhl, der sie umfasst. Die Katze dagegen ist klein und dunkel und sitzt hinter ihr statt auf ihrem Schoß. Dieser Größenunterschied verleiht der Frau eine gebieterische Präsenz, doch die Katze verhindert, dass die Komposition zu einem geradlinigen Bild einsamer Erhabenheit wird. Sie lenkt den Blick vom Gesicht weg und entlang der oberen Stuhlkante zurück.[1]
Der Hut ist kein neutrales Kleidungsstück. Blumen und kräftige Farben machen ihn zu einer der auffälligsten Formen des Bildes. Darunter setzt Picasso ein Gesicht, dessen Umrisse abrupt die Richtung wechseln: Ein Teil wendet sich uns zu, ein anderer scheint ins Profil zu gleiten. Das Gesicht bleibt als Bildnis lesbar, ohne einem einzigen herkömmlichen Blickwinkel zu folgen. Auch Schultern und Körper verbinden verschiedene Ansichten, statt einer genau vermessenen anatomischen Pose zu entsprechen.[1]
Streifen laufen über den Oberkörper; Punkte und andere wiederholte Zeichen beleben den unteren Teil des Kleides. Mit solchen Mustern kann der Maler den Körper zugleich modellieren und unterbrechen. Ein Streifen kann eine Stofffalte andeuten und dann zu einer eigenständigen grafischen Linie werden. Die schrägen Teile des Stuhls antworten darauf. Picasso ließ keinen leeren Hintergrund, um eine ruhige Figur freizustellen: Muster, Linien und Möbel führen die Energie des Gemäldes um sie herum weiter.[1]
Besonders auffällig sind die Hände. Ihre Finger laufen spitz zu, und ihre Stellung macht sie zu einem Teil der kantigen Bildgestaltung. Man kann sie elegant, theatralisch oder beunruhigend nennen. Keine dieser visuellen Reaktionen beweist, was Maar empfand oder was Picasso über ihren Charakter aussagen wollte. Ein Porträt kann Züge um der kompositorischen Wirkung willen übertreiben, ohne verlässlich über die dargestellte Person Auskunft zu geben.[1]
Die Katze bleibt vielen Betrachtern vielleicht zuerst im Gedächtnis, doch ihre Bedeutung ist weniger eindeutig als ihr Platz. Sichtbar ist ein schwarzes Tier hinter der sitzenden Frau. Seine Ohren und seine Silhouette unterbrechen den Verlauf des Stuhls und setzen eine kompakte dunkle Form neben die leuchtend farbige Kleidung. Das Gemälde weist kein bestimmtes Haustier aus. Seine bloße Anwesenheit beweist auch nicht, dass Maar als unheilvoll, verführerisch oder feindselig dargestellt werden sollte. Das sind mögliche Assoziationen beim Betrachten des Bildes, keine auf der Leinwand festgehaltenen Tatsachen.[1]
Auf einem Handybildschirm übersieht man leicht die Größe des Werkes. Mit einer Höhe von ungefähr 1,3 Metern zeigt es eine Dargestellte, die dem körperlichen Maßstab der Betrachtenden nahekommt. Kleine Reproduktionen betonen die lebhafte Kleidung; vor dem Original würde man auch einer beträchtlichen bemalten Fläche begegnen und sehen, wie vollständig die Formen sie ausfüllen. Als Technik ist Öl auf Leinwand verzeichnet, nicht Zeichnung oder Druckgrafik. Farbe und physische Größe gehören zum Originalobjekt, nicht zu den oft vereinfachten Plakaten und digitalen Bildern, die unter demselben Titel verbreitet wurden.[1]
Dora Maar war Künstlerin, nicht nur Modell
Dora Maar wurde 1907 in Paris als Henriette Théodora Markovitch geboren. Sie ließ sich in Malerei und Fotografie ausbilden und entwickelte eine eigene Laufbahn, bevor sie Picasso Mitte der 1930er-Jahre kennenlernte. Das Centre Pompidou dokumentiert ihre frühen beruflichen Aufträge, ein mit Pierre Kéfer gemeinsam geführtes Fotostudio und ihr eigenes Pariser Atelier ab 1935. Sie arbeitete in der Mode- und Werbefotografie, machte Straßenaufnahmen in Barcelona, Paris und London und beteiligte sich an der surrealistischen Kunst. Ihre Fotomontagen und Fotografien wie Portrait d’Ubu gehören zu dieser eigenständigen Praxis.[3]

Dieser Hintergrund verändert den Blick auf Picassos Porträt. Er bedeutet nicht, dass jede gemalte Blume, Linie oder Katze heimlich auf eines von Maars Fotos verweist. Er bedeutet aber, dass die Frau auf dem Stuhl selbst Bilder schuf und wusste, wie ein Porträt eine öffentliche Person gestalten kann. Die Retrospektive des Centre Pompidou von 2019 präsentierte ihre fotografischen und surrealistischen Arbeiten bewusst gemeinsam mit ihren späteren Gemälden. Sie nur als Picassos „Muse“ oder „Geliebte“ zu behandeln, würde diese Laufbahn verdecken und das Porträt für ein ganzes Leben stehen lassen, das es nicht umfassen kann.[3]
Maar war auch eng an der visuellen Dokumentation von Picassos Guernica beteiligt. Das Museo Reina Sofía schreibt ihr die Fotografien zu, die zwischen dem 11. Mai und dem 4. Juni 1937 auf Wunsch von Christian Zervos die Entstehung des Bildes festhielten. Eine so große Leinwand in einem schlecht beleuchteten Atelier zu fotografieren, war technisch anspruchsvoll. Maar nutzte Retuschen, Zwischennegative und Kopien von Abzügen, um die sich verändernde Komposition erkennbar zu machen. Diese Bilder sind keine beiläufigen Schnappschüsse einer namenlosen Helferin, sondern die Arbeit einer bekannten Fotografin, die praktische und visuelle Probleme löste.[4]
Dieses Projekt von 1937 lag vier Jahre vor Dora Maar au chat. Es belegt die künstlerische und historische Nähe der beiden, ist aber kein Schlüssel zu den Gefühlen im Gemälde von 1941. Maars künstlerisches Leben ging über ihre Beziehung zu Picasso hinaus. Das Centre Pompidou beschreibt spätere Gemälde und fotografische Experimente. Eine verantwortungsvolle Darstellung dieser Leinwand kann die Beziehung anerkennen, ohne Maars eigenes Werk zur Fußnote des seinen zu machen.[3][4]
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Auf YouTube ansehenEin Porträt aus dem besetzten Paris
Das Datum auf dem Gemälde verortet es im Jahr 1941, während der deutschen Besatzung von Paris. Picassos Maar-Porträts aus diesen Jahren zeigen häufig kantige Gesichter, eindringliche Muster und starke Kontraste. Das historische Umfeld ist wichtig: Krieg, Einschränkungen und Ungewissheit gehörten zum Leben, in dem Künstler und Modell arbeiteten. Doch Dora Maar au chat ist weder der illustrierte Bericht einer Schlacht noch eine dokumentierte Aussage über Maars Gefühle zur Besatzung. Jede Verformung unmittelbar als Kriegsfolge zu lesen, würde das Bild weniger statt genauer erklären.[1][2]
Die Leinwand selbst nennt nur das Jahr. Eine verwandte Zeichnung erlaubt eine engere, aber weiterhin vorläufige zeitliche Einordnung. Christie’s verzeichnet Picassos Femme assise dans un fauteuil, eine mit Tinte und Bleistift ausgeführte Zeichnung der sitzenden Maar, signiert und datiert auf den 28. September 1941. Der Katalog bringt das Blatt mit zwei auf den 5. Oktober datierten Ölgemälden sitzender Frauen in Verbindung und vermutet, dass Dora Maar au chat wohl wenige Wochen später, im Oktober oder November, folgte. Das ist ein Vergleich verschiedener Werke, kein auf dem Katzenbild vermerkter Monat. Als gesichertes öffentliches Datum bleibt 1941.[2]
Der Vergleich zeigt, dass Picasso die sitzende Figur wiederholt untersuchte, ohne alle Porträts austauschbar zu machen. Die Septemberzeichnung misst nur 21,3 × 16,3 Zentimeter und ist in Tinte und Bleistift ausgeführt. Die Leinwand Au chat ist ein erheblich größeres Ölgemälde. Verwandte Streifen, fragmentierte Gesichtszüge und das Stuhlmotiv deuten auf eine bildnerische Entwicklung hin, während Maßstab, Technik und endgültige Anordnung verschieden sind. Es wäre irreführend, die Zeichnung als nachgewiesene Vorstudie für jedes Element der späteren Leinwand zu bezeichnen, solange keine Quelle diese unmittelbare Funktion belegt.[1][2]
Ebenso wenig verlangt das Porträt einen einfachen Gegensatz zwischen Maar und anderen Frauen in Picassos Leben. Ältere Auktionstexte stellen ihren Intellekt vermeintlich „gefügigeren“ Partnerinnen gegenüber und lesen seine verschiedenen weiblichen Modelle als feste Typen. Solche Formulierungen sind nachträgliche Ansichten über persönliche Beziehungen, keine objektiven Beschreibungen des Bildes oder dieser Frauen. In diesem Werk sollte man Maars gestreifte Kleidung, Haltung und Katze als Entscheidungen für dieses Bild betrachten, nicht als Beweis dafür, dass ein wirklicher Mensch in eine symbolische Kategorie des Künstlers passte.[1][3]
Die Katze und die Grenzen der Deutung
Ein Auktionskatalog hat der Katze aufgeladene Bedeutungen zugeschrieben, darunter sexuelle und bedrohliche. Er vergleicht das Gemälde außerdem mit längeren Bildtraditionen, in denen Frauen neben Katzen dargestellt werden. Diese Lesart ist als Teil der Rezeption des Werks zu beachten, nicht als erwiesene Erklärung Picassos. Dass ein Motiv andernorts in der Kunst bestimmte Assoziationen besitzt, legt nicht jedes Mal, wenn es ein Künstler verwendet, eine einzige genaue Bedeutung fest.[1]
Das sichtbare Verhältnis der Formen ist interessanter als ein einzelner Code. Die kompakte dunkle Gestalt der Katze befindet sich hoch hinter der Frau und unterbricht den Stuhl. Die langen Finger der Dargestellten fügen weitere schmale, spitze Formen hinzu. Man kann eine formale Entsprechung wahrnehmen, ohne daraus zu schließen, Picasso habe Maar absichtlich mit einem Tier gleichgesetzt. Die Katze kann die Szene häuslich, verspielt oder wachsam wirken lassen. Diese Wirkungen können nebeneinander bestehen, und ihre Mehrdeutigkeit hält das Porträt für unterschiedliche Betrachtende lebendig.[1]
Auch der blumengeschmückte Hut lädt zu symbolischen Erzählungen ein. Der Katalog von Sotheby’s deutet ihn als Zeichen von Maars surrealistischer Identität. Maar war tatsächlich in surrealistischen Kreisen tätig, wie ihre eigenen fotografischen Arbeiten zeigen. Doch ein Hut kann in einem Porträt zugleich Kleidungsstück, kompositorischer Akzent und mögliche Anspielung sein. Man muss sich nicht für eine einzige, unbelegte psychologische Erklärung entscheiden. Verlässlicher ist die Beobachtung, wie die farbige Form das Haupt der Dargestellten krönt und mit den unruhigen Mustern darunter korrespondiert.[1][3]
Diese Vorsicht soll Picassos Werk nicht jedes Gefühl absprechen. Im Gegenteil: Die gefasste Frontalität der Figur und die zersplitterten Einzelheiten erzeugen eine ausdrucksstarke Spannung. Man kann benennen, was das Bild sichtbar macht – die gebieterische Größe, das wechselnde Gesicht, die leuchtende Kleidung und die seitlich versetzte Katze –, und offenlassen, ob man in ihrer Verbindung Glanz, Angst, Humor oder Konflikt liest. Eine öffentliche Darstellung sollte aus einem gemalten Ausdruck weder eine Diagnose der Dargestellten ableiten noch Zugang zu Picassos nicht überlieferten Gedanken beanspruchen.[1]
Von einer Pariser Sammlung zur Versteigerung 2006
Die bekannte Besitzgeschichte beginnt bei dem Pariser Kunsthändler Pierre Colle, der das Gemälde spätestens 1946 besaß. Sotheby’s nennt anschließend Herrn und Frau Leigh B. Block aus Chicago als Eigentümer bis 1947. In jenem Sommer wurde es an das Art Institute of Chicago ausgeliehen. Später handelte Berggruen & Cie in Paris als Vertreter der Blocks, und der nächste Besitzer erwarb das Werk am 1. Juli 1963. Das sind belegte Stationen, keine vollständige Darstellung sämtlicher Wege des Bildes seit Picassos Atelier.[1]
Das Bild war vor dem 21. Jahrhundert weder undokumentiert noch völlig ungesehen. Sotheby’s nennt eine Publikation von 1946 und die Leihgabe von 1947 sowie Ausstellungen 1962 im Worcester Art Museum und 1968 im Art Institute of Chicago. Die Katalogformulierung, das Werk sei „weitgehend unbekannt“ gewesen, sollte vor diesem Hintergrund verstanden werden und nicht so wiederholt werden, als sei die Leinwand nie ausgestellt worden. Öffentliche Sichtbarkeit, Publikation und Eigentum sind verschiedene Fragen.[1]
Die Unterlagen enthalten auch eine hilfreiche Korrektur. Das Buch von 1946 und die Ausstellungskataloge von 1962 und 1968 datierten das Werk auf 1944. Die Objektbeschreibung von Sotheby’s aus dem Jahr 2006 liest auf der Leinwand dagegen Signatur und Datum „Picasso 41.“ und katalogisiert sie auf 1941. Solange kein gegenteiliger materieller Befund vorliegt, wiegt das signierte Datum schwerer als diese älteren Zuschreibungen. Die Datierung 1941 passt auch zu den verwandten Porträts von Ende September und Anfang Oktober; der Vergleich legt jedoch keinen genauen Tag für diese Leinwand fest.[1][2]
2006 verkaufte Sotheby’s Dora Maar au chat für 95.216.000 US-Dollar; das Auktionshaus bezeichnete das Werk später als sein teuerstes Los jenes Jahres. Der Preis ist eine Tatsache über einen bestimmten Verkauf zu einem bestimmten Zeitpunkt. Er ist weder der heutige Marktwert des Gemäldes noch verrät er, was Picasso oder Maar darüber dachten. Ein hoher Preis sollte auch nicht bestimmen, wie viel Aufmerksamkeit Maars eigener Fotografie gewidmet wird: Ihr Werk ist wegen seiner Geschichte und Form wichtig, nicht allein, weil ein Gemälde von ihr teuer wurde.[1][6]
Welches Dora-Maar-Porträt?
Picasso malte Maar wiederholt, darunter Bilder im Zusammenhang mit der Weinenden Frau. Das Museo Reina Sofía besitzt zum Beispiel ein anderes Portrait de Dora Maar vom 27. März 1939. Dieses Werk ist Öl auf Platte und misst 60 × 45 Zentimeter. Ein ähnliches Motiv und ein allgemeiner Titel machen es nicht zu der Leinwand von 1941 mit Katze. Andere Sitzporträts von 1941 bieten enge Vergleiche, haben aber ebenfalls eigene Daten und Katalogeinträge. Ein Suchergebnis oder Kunstdruck, der nur „Portrait of Dora Maar“ heißt, genügt daher nicht, um ein bestimmtes Originalwerk Picassos zu identifizieren.[1][2][5]
Die Erkennungsmerkmale dieses Gemäldes sind die schwarze Katze hinter der sitzenden Frau, der blumengeschmückte Hut und die stark gemusterte Kleidung, die Aufschrift „Picasso 41.“, Öl auf Leinwand und die dokumentierten Maße von 129,5 × 97 Zentimetern. Ein kleines Poster mit der bloßen Bezeichnung „Portrait of Dora Maar“ könnte ein ganz anderes Bild zeigen. Titel oder Rand belegen weder die Identität, den Bildträger und die Abmessungen dieser Leinwand noch die Genauigkeit ihrer Farben.[1]
Dora Maar au chat verdient doppelte Aufmerksamkeit. Genaue Identität und Provenienz lassen sich anhand des Sotheby’s-Loseintrags von 2006[1] überprüfen; seine Wirkung bleibt offen für Betrachtung und Deutung. Das Gemälde zeigt Maar mit eindrücklicher visueller Kraft, kann aber die eigenständige Überlieferung ihrer Fotografien, Fotomontagen und Gemälde nicht ersetzen. Wer sowohl das Porträt als auch die porträtierte Künstlerin sieht, gewinnt ein vollständigeres Bild als durch eine Geschichte über eine Frau, eine Katze und Picasso allein.[1][3]
Diskussion
Nutzen Sie die Belege und Ihre eigene genaue Betrachtung, um Ihre Sicht zu erläutern. Dies sind redaktionelle Anregungen, keine Leserkommentare.
Anregungen zum Nachdenken
Wie nehmen Figur, Stuhl und Katze den Bildraum ein?
Was lässt sich aus der datierten Signatur und den Auktionseinträgen über dieses bestimmte Werk belegen?
Wie kann man Dora Maars eigene künstlerische Laufbahn würdigen, ohne der Katze nur eine Bedeutung zuzuschreiben?
Beteiligen Sie sich am Gespräch
Welche Deutung passt am besten zu den Belegen?
Quellen
- Sotheby’s, Dora Maar au chat, Los 14, 2006.
- Christie’s, Femme assise dans un fauteuil, 28. September 1941.
- Centre Pompidou, Biografie Dora Maar, auf Französisch ; Dora-Maar-Retrospektive 2019, auf Französisch.
- Museo Reina Sofía, Dora Maars Fotografien zur Entstehung von Guernica ; Spanische Fassung.
- Museo Reina Sofía, Portrait de Dora Maar, 1939.
- Sotheby’s, Rückblick auf die Spitzenlose nach Jahren.
Bildnachweis
- Celette. CC BY-SA 4.0. Quelle: Wikimedia Commons. Proportional auf 1.024 px verkleinert, nicht beschnitten. Quelldatensatz. Lizenz.
- Bonachera jf. CC BY-SA 4.0. Proportional auf 1.024 Pixel Breite verkleinert, ohne Beschnitt. Quelldatensatz. Lizenz.



