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Tom Gurney BSc (Hons) beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Kunstgeschichte

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Etruskische Kouros-Statuette als Vergleich mit einem antiken Typus, nicht als belegte Quelle für Picassos Gemälde.
Etruskische Kouros-Statuette aus dem 6.–5. Jahrhundert v. Chr.; Vergleich mit einem antiken Typus, nicht als belegte Quelle für Picassos Gemälde. Bildnachweis.

Einleitung

Ein nackter Jugendlicher schreitet mit ausgestrecktem Arm voran. Neben ihm senkt ein helles Pferd den Kopf und scheint zu folgen. Die Faust des Jungen schließt sich, als hielte sie einen Strick, doch Pablo Picasso hat weder Zügel noch Seil oder Zaumzeug gemalt. Diese kleine Leerstelle verändert die Begegnung: Reagiert das Pferd auf einen Befehl, bewegt es sich von selbst mit dem Jungen oder sind beide bloß im selben Bewegungsaugenblick festgehalten? Junge führt ein Pferd wirkt sofort verständlich, und doch fügt sich seine Geste nie ganz zu einer gewöhnlichen Geschichte.[1]

Picasso schuf das große Ölgemälde 1905–06 in Paris. Es misst 220,6 × 131,2 Zentimeter und gehört als Teil der William S. Paley Collection dem Museum of Modern Art in New York. Oft wird es Picassos Rosa Periode zugeordnet. Es ging aus einem viel größeren Plan mit mehreren Jugendlichen und Pferden hervor. Das einzelne Paar blieb bestehen, als das geplante vielfigurige Werk nicht zustande kam. Mit dieser Vorgeschichte ist die Leinwand mehr als ein schlichtes Bild von Junge und Tier: Sie zeigt, wie Picasso eine Szene reduzierte, bis Haltung, Berührung und Maßstab fast ihre gesamte Bedeutung trugen.[1][2]

Auf einen Blick

  • Entstehung: Paris, 1905–06
  • Technik und Maße: Öl auf Leinwand, 220,6 × 131,2 cm
  • Sammlung: MoMA, William S. Paley Collection, 575.1964
  • Wichtiges Detail: Zwischen Junge und Pferd sind weder Zügel noch Zaumzeug zu sehen

Junge führt ein Pferd in Picassos Laufbahn

Ausgewählte Werke
18901910193019501960

Las-Meninas-Serie

1957

Die Datierung des hervorgehobenen Werks berücksichtigt die Erläuterungen in den Quellen auf dieser Seite. Die anderen Werke sind ausgewählte Vergleichspunkte, nicht Anfang oder Ende eines Stils.

Inhalt

  1. Was sehen wir in Junge führt ein Pferd?
  2. Wie führt er das Pferd ohne Zügel?
  3. War das Bild ursprünglich Teil von Die Tränke?
  4. Warum gehört es zur Rosa Periode?
  5. Wem gehörte es vor dem MoMA?
  6. Wo befindet sich Junge führt ein Pferd heute, und warum ist es wichtig?

Was sehen wir in Junge führt ein Pferd?

Das Pferd nimmt einen großen Teil der linken Hälfte der hohen Leinwand ein. Sein Kopf neigt sich zum Betrachter und zum Jungen; die Beine stehen vor einer kargen rotbraunen Landschaft. Der Jugendliche steht rechts, mit aufrechtem Oberkörper, einer Hand an der Hüfte und der anderen zum Tier ausgestreckt. Sein Gesicht ist ernst und sein Körper vollständig entblößt. Kein fester, erkennbarer Ort sagt uns, ob das Paar auf einem Bauernhof, auf einer Straße oder in einem mythischen Feld steht. Die reduzierte Umgebung lässt ihre unterschiedlichen Formen — den langen Pferdehals und die Beine, den kompakteren menschlichen Rumpf und die Arme — den Rhythmus des Bildes bestimmen.[1]

Picasso glättete nicht jeden Teil zu einer gleichmäßigen Oberfläche. Die Konturen beider Körper sind kräftig, während Boden und Himmel in Ton und Textur wechseln. Grau- und Erdfarben halten das Werk nahe der gedämpften Palette seiner späten Rosa Periode, ohne es durchgehend rosa werden zu lassen. In diesem Maßstab ist die relativ kleine Hand des Jungen enorm wichtig. Dort müsste die mögliche Führung sichtbar werden. Picasso zeigt die Hand deutlich, hält jedoch das Gerät zurück, das ihre Wirkung erklären würde.[1][3]

Die Gestalt des Pferdes ist nicht nur ein Gegenstück zur menschlichen Figur. Kopf, Brust und lange Vorderbeine bilden eine Senkrechte, die dem stehenden Jungen antwortet; zusammen ergeben sie nicht die herkömmliche Silhouette von Reiter und Reittier. Ihre Köpfe weisen in verschiedene Richtungen, sodass der Blick zwischen dem gesenkten Blick des Tieres und dem weiter entfernten Blick des Jugendlichen wandert. Der Hintergrund lässt kaum erkennen, wie weit der Horizont entfernt ist. Wie Rubin beobachtete, sind manche Stellen, an denen Tier und Boden zusammentreffen, nicht glatt getrennt. So wirkt das Paar zugleich fest und seltsam losgelöst von einem messbaren Ort.[3]

Der Titel nennt ihn einen „Jungen“, doch Haltung und Proportionen entsprechen einem Heranwachsenden oder jungen Mann. Aus dem Bild kennen wir seinen Namen nicht. Ältere Forschung hat versucht, ihn mit einer jungen Figur in früheren Pariser Werken Picassos zu verbinden. Eine solche Identifizierung bleibt aber ein Argument über Modelle und Motive, kein Etikett, das Picasso neben das Gemälde geschrieben hätte. Verlässlicher ist es, zuerst seine Haltung zu beschreiben, statt dem Jungen eine Biografie anzuhängen.[3]

Wie führt er das Pferd ohne Zügel?

Zwischen der geschlossenen Faust und dem Pferdekopf ist kein Seil zu sehen. Das ist weder ein Versehen, das Betrachter in Gedanken ausmalen müssten, noch ein Beweis für übernatürliche Kräfte des Jungen. Der Galerietext des MoMA beschreibt einen Jugendlichen, der entschlossen voranschreitet und dessen Griff das Pferd scheinbar ohne Geschirr lenkt. Der Kunsthistoriker William Rubin deutete die ungewöhnliche Geste als Zeichen der Beherrschung und verband sie mit einer breiteren klassischen Vorstellung menschlicher Herrschaft über tierische Kraft. Das hilft zu erklären, warum das Bild trotz seines einfachen Motivs monumental wirken kann. Es bleibt jedoch eine Deutung: Die Leinwand enthält keinen geschriebenen Schlüssel, der Pferd mit „Leidenschaft“ und Junge mit „Vernunft“ gleichsetzt.[1][3]

Das Verhältnis zwischen beiden Gestalten ist nicht völlig einseitig. Größe und Gewicht des Tieres sind unübersehbar. Sein gesenkter Kopf ist nahe beim Jungen, doch Weg und Aufmerksamkeit des Pferdes lassen sich weniger leicht lesen als der ausgestreckte Arm. Der Junge mag sicher wirken; gerade das Fehlen einer sichtbaren Leine macht seine scheinbare Autorität aber schwerer überprüfbar. Wir sehen eine Geste, die Führung, Vertrauen oder eine vorgestellte ideale Kontrolle nahelegen kann. Das sind mögliche Lesarten der sichtbaren Begegnung, keine Tatsachen über die Reaktion des Tieres oder eine nachweislich von Picasso beabsichtigte Lehre.[1][3]

Diese Offenheit unterscheidet das Gemälde auch von einer ländlichen Anekdote. Im endgültigen Bild gibt es weder Zuschauer noch Stallburschen oder andere Reiter. Ebenso fehlen Werkzeuge, die die praktische Aufgabe des Paares erklären würden. Junge und Pferd stehen allein in einem weiten, gedämpften Feld, weit über das Maß einer beiläufigen Skizze vergrößert. Ihre alltägliche Handlung erhält die Würde eines öffentlichen Denkmals, ohne zum Porträt eines bekannten Helden oder einer benannten Episode der Mythologie zu werden.[1][3]

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War das Bild ursprünglich Teil des Tränkeplatzes?

Ja. Picasso entwickelte den Jungen und das Pferd aus dem zentralen Motiv einer ehrgeizigen Komposition, die gewöhnlich Der Tränkeplatz genannt wird. Das Metropolitan Museum of Art besitzt eine Gouache auf Karton von 1905–06 mit einer Gruppe nackter Jugendlicher und Pferde in einer kargen Berglandschaft. Sie misst nur 37,8 × 58,1 Zentimeter, doch die Studien legen nahe, dass Picasso ein wesentlich größeres endgültiges Werk erwog. Eine definitive Fassung mit mehreren Figuren wurde nicht vollendet. Das MoMA-Gemälde löst ein Paar aus dieser größeren vorgestellten Welt heraus; es ist kein tatsächlich aus einem fertigen Wandbild herausgeschnittenes Fragment. [1][2]

Die erhaltenen Studien zeigen einen Entwicklungsprozess und nicht eine einzige einfache Kopie. Frühere Varianten verbinden die Pferdeszene noch mit Zirkusmotiven: Nach Angaben des Met trug der wichtigste Jugendliche in einigen Vorentwürfen ein Artistenkostüm. Andere Skizzen verändern Zahl und Anordnung von Reitern und Tieren. In einer Phase wendet sich der Junge dem Pferd zu und berührt es; später schreitet er mit ausgestrecktem Arm voran. Die vereinfachte endgültige Leinwand bewahrt damit eine Beziehung, die Picasso mehrfach erprobt hatte, entfernt jedoch die Gesellschaft, die ihr zuvor einen Zusammenhang gab. [2][3]

Gouache und Ölgemälde sollten nicht unter einem einzigen Titel zusammengefasst werden, nur weil beide Jugendliche und Pferde zeigen. Das Werk im Met ist querformatig und gibt mehreren Figuren eine gedachte Landschaft. Das Ölbild im MoMA ist hochformatig und konzentriert sich auf eine Begegnung. Picasso schuf außerdem eine kleine Kaltnadelradierung zum Thema des Tränkeplatzes, die auf 1906 datiert und später, 1913, veröffentlicht wurde. Sie ist ein weiteres verwandtes Werk, kein Abdruck von der Paley-Leinwand und kein Beleg für die Vollendung des Wandbildes. Die Trennung dieser Medien — Gouache, Zeichnung, Druckgrafik und Ölmalerei — zeigt, wie Picasso ein Motiv erprobte, bevor er entschied, was für sich allein bestehen konnte. [1][2][9]

William Rubin rekonstruiert in seiner Studie zur Paley Collection einige dieser Schritte ausführlich. Er behandelt ein Aquarell mit dem Titel Pferd mit einem Jugendlichen in Blau als Teil des sich wandelnden Motivs, nicht als spätere Öl-Replik von Junge führt ein Pferd. Er erörtert auch mehrere mögliche Gründe dafür, dass Picasso das große Ensemble nicht vollendete. Keiner davon ist als Picassos definitive Erklärung dokumentiert. Vielleicht stellte ihn die Komposition nicht zufrieden, oder vielleicht machte die schnelle Entwicklung seiner Kunst das riesige Projekt weniger reizvoll. Sicher sagen lässt sich, dass das große Gemälde des Paars erhalten blieb, während die geplante Gesamtszene ein durch Studien bekanntes Vorhaben blieb. [3]

Das Met setzt Der Tränkeplatz mit Picassos Familie der Gaukler von 1905 in Beziehung. Diese frühere Leinwand versammelt Zirkusartisten in einer offenen, nahezu leeren Landschaft. In der Deutung des Met wirken die späteren Jugendlichen und Pferde wie Artisten, die ihre Kostüme abgelegt haben und in eine ältere pastorale Welt getreten sind. Der Zusammenhang ist aufschlussreich, aber nicht wörtlich zu verstehen: Kein Dokument belegt, dass jeder nackte Jugendliche der nicht ausgeführten Szene das Porträt eines bestimmten Artisten aus der Familie der Gaukler ist. Der Wandel von bekleideten gesellschaftlichen Außenseitern zu nackten, idealisierten Figuren ist die größere künstlerische Entwicklung. [2][4]

Warum gilt das Bild als Werk der Rosa Periode?

„Rosa Periode“ bezeichnet eine ungefähre Phase in Picassos frühem Schaffen, keine Regel, nach der jeder Quadratzentimeter rosafarben sein müsste. Nach den traurigen, von Blau geprägten Bildern der vorangegangenen Jahre wandte sich Picasso zwischen 1904 und 1906 zunehmend Zirkusartisten, wärmeren Erdtönen und einer anderen Art menschlicher Gegenwart zu. Junge führt ein Pferd gehört zu dieser Geschichte, doch seine Palette aus Terrakotta und Grau und seine skulpturalen Figuren zeigen, wie viel solche Epochenbezeichnungen auch verdecken können. Es ist strenger als eine sentimentale Freundschaftsszene mit einem Tier. [1][3][4]

Der kräftige Umriss und die kahle Umgebung weisen auch auf ein neues Interesse an klassischer Form hin. Rubin verglich den voranschreitenden Jungen mit antiken griechischen Jünglingsstatuen, den Kouroi, und betrachtete Picassos Auseinandersetzung mit Cézanne und anderen Malern, die ihren Figuren eine feste, monumentale Präsenz gaben. Das sind kunsthistorische Vergleiche, keine Belege dafür, dass eine bestimmte Statue Strich für Strich kopiert wurde. Auf der Leinwand sind die individuellen Gesichtszüge des Jugendlichen weniger wichtig als die optische Kraft eines fest auf offenem Boden stehenden Körpers. [3]

Eine solche klassische Lesart macht den Jungen nicht zwangsläufig zum griechischen Gott. Der Vergleich mit einem Kouros betrifft den stehenden oder schreitenden nackten Körper, seine klare Kontur und seinen Anspruch auf Raum. Picassos Junge ist jedoch nicht in Stein gemeißelt, und das gemalte Pferd bringt einen unruhigen Partner in die Anordnung. Sogar der scheinbar feste Umriss verändert sich dort, wo Pinselstriche und gedämpfter Hintergrund zusammentreffen. Das Werk kann an ein altes skulpturales Ideal erinnern und doch beharrlich ein modernes gemaltes Bild bleiben, das aus ungleichmäßigen Tönen und bewussten Auslassungen besteht. [1][3]

Französische kuratorische Forschungen am Musée national Picasso-Paris sehen in diesem nackten Pferdeführer ein Schlüsselwerk jener klassizistischen Richtung, die in Picassos Kunst 1906 deutlicher hervortrat. Ihre Darstellung von Les Deux Frères, einer Gouache aus seinem Aufenthalt in Gósol im betreffenden Sommer, erkennt bei einer Figur eine verwandte Haltung. Dieser Zusammenhang hilft, die Entwicklung seiner Figuren über mehrere Werke hinweg zu verfolgen. Er verlegt die Entstehung von Junge führt ein Pferd aber nicht nach Gósol: Das MoMA setzt sie in Paris 1905–06 an. [1][5]

Das spanische Museo Reina Sofía plädiert für eine umfassendere Sicht auf Picassos Experimente von 1906. Statt sie nur als Übergang zum berühmten Einschnitt der Demoiselles d’Avignon von 1907 zu sehen, untersucht seine Forschung Veränderungen des Akts, die Behandlung der Körper und Picassos Dialog mit verschiedenen künstlerischen Traditionen. Junge führt ein Pferd ist innerhalb dieser weiteren Betrachtung wertvoll. Es besitzt einen eigenen ehrgeizigen Entwurf und ein eigenes eigentümliches Rätsel; seine Bedeutung hängt nicht davon ab, als unvollendete Vorübung für den Kubismus bezeichnet zu werden. [6]

Wem gehörte das Gemälde vor dem MoMA?

Zur Geschichte des Gemäldes gehören einige der einflussreichen Personen und schwierigen Transaktionen, durch die frühe moderne Kunst in Museen gelangte. Der Provenienzeintrag des MoMA beginnt beim Händler Ambroise Vollard in Paris und verzeichnet die Leinwand spätestens 1906 in der Sammlung von Gertrude und Leo Stein, wo sie bis 1913 blieb. Die Pariser Räume der Steins waren ein Treffpunkt für Künstler und Sammler, und dieser große frühe Picasso gehörte zu jener Sammlung, durch die Besucher sein Werk kennenlernten. Über Daniel-Henry Kahnweilers Galerie Simon gelangte das Bild schließlich in die Sammlung des Berliner Bankiers Paul von Mendelssohn-Bartholdy. [1]

Der Abschnitt dieser Besitzfolge in den 1930er Jahren ist umstritten. Das MoMA verzeichnet das Bild bei der Familie Mendelssohn-Bartholdy und spätestens 1935 bei den Thannhauser-Galerien. Nachkommen von Paul und Elsa von Mendelssohn-Bartholdy machten später geltend, die Übertragung sei durch nationalsozialistische Verfolgung erzwungen worden, und verlangten die Rückgabe. Die Museen, die dieses und ein weiteres Picasso-Werk besaßen, bestritten die Behauptung. Ein US-Bundesgericht ließ 2009 wesentliche Teile der Klage der Erben weiter zu; vor einer gerichtlichen Klärung des zugrunde liegenden Sachverhalts einigten sich die Parteien jedoch. Die Bedingungen des Vergleichs blieben vertraulich, und das Bild verblieb im MoMA. Es wäre ebenso unzutreffend, die Übertragung in den 1930er Jahren als abschließend freiwillig zu bezeichnen, wie zu behaupten, ein endgültiges Urteil habe die Rückgabe dieser Leinwand angeordnet. [1][7][8]

William S. Paley kaufte Junge führt ein Pferd 1936 und schenkte es dem MoMA 1964. Die Objektseite des Museums ordnet es weiterhin der William S. Paley Collection zu und bezeichnet die Provenienzforschung als laufend. Diese fortgesetzte Forschung gehört zur verantwortungsvollen Betreuung eines bedeutenden Kunstwerks. Die ästhetische Bedeutung eines Gemäldes entbindet nicht davon, genau zu beschreiben, wie es durch europäische und amerikanische Sammlungen gelangte. [1]

Wo befindet sich Junge führt ein Pferd heute, und warum ist es wichtig?

Die Leinwand gehört dem MoMA in New York. Sein Online-Eintrag nennt einen aktuellen Ausstellungsort, doch Hängungen können sich ändern; Besucher sollten daher vor einer Reise die Objektseite des Museums prüfen. Derselbe Eintrag nennt die Inventarnummer 575.1964 und die William S. Paley Collection. [1]

Das Gemälde ist wichtig, weil es uns eine Entscheidung sehen lässt. Picasso hätte eine riesige Fläche mit Reitern und Pferden füllen können. Stattdessen gab er einem Jungen, einem Tier und einer beinahe unsichtbaren Verbindung zwischen ihnen monumentales Format. Ihre Beziehung trägt Spuren der Zirkusbilder, eines klassischen Ideals des menschlichen Körpers und des unvollendeten Tränkeplatz-Entwurfs, lässt sich aber auf keine dieser Quellen reduzieren. Im Schritt des Jungen können wir Selbstsicherheit lesen und zugleich bemerken, wie wenig wir darüber wissen, wohin die beiden gehen. Die Antwort steckt nicht in einem fehlenden Zügel. Der fehlende Zügel ist es, der uns weiter hinsehen lässt. [1][2][3]

Diskussion

Nutzen Sie die Belege und Ihre eigene genaue Betrachtung, um Ihre Sicht zu erläutern. Dies sind redaktionelle Anregungen, keine Leserkommentare.

Anregungen zum Nachdenken

Genaues Hinsehen

Wie verändert das fehlende Seil Ihre Deutung der Geste des Jungen?

Kontext

Welche Merkmale lassen das Pferd eher folgen als gezogen erscheinen?

Offene Frage

Was kann die dokumentierte Objektgeschichte zu diesem Gemälde klären?

Beteiligen Sie sich am Gespräch

Welche Deutung passt am besten zu den Belegen?

Quellen

  1. Museum of Modern Art, Junge führt ein Pferd, Sammlungsobjekt 575.1964.

  2. Metropolitan Museum of Art, Der Tränkeplatz, Objekt 1984.433.274.

  3. William Rubin, Aufsatz zu Junge führt ein Pferd in The William S. Paley Collection: A Taste for Modernism, gedruckte S. 98–103 (PDF-S. 17–19; PDF-Link ausgelassen), MoMA, 1992.

  4. National Gallery of Art, Washington, Familie der Gaukler, 1905.

  5. Musée national Picasso-Paris, französischer kuratorischer Aufsatz über Les Deux Frères und Le meneur de cheval nu.

  6. Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, spanisches Forschungsdossier Picasso 1906: La gran transformación (PDF-Link ausgelassen), 2023.

  7. US-Bundesbezirksgericht, Südbezirk New York, Schoeps v. Museum of Modern Art, Entscheidung, Januar 2009.

  8. Stellungnahme von MoMA und Guggenheim zu ihrer Position von 2007 (PDF-Link ausgelassen), deutschsprachige Erklärung der Familie Mendelssohn und zeitgenössischer Bericht über den vertraulichen Vergleich von 2009.

  9. Museum of Modern Art, Der Tränkeplatz (badende Pferde), Kaltnadelradierung von 1906, 1913 veröffentlicht.

Bildnachweis

  1. Urheber nicht identifiziert. CC0. Quelle: Cleveland Museum of Art (Kouros-Statuette). Proportionale sRGB-JPG-Ableitung mit 1.024 px; nicht beschnitten. Quelldatensatz. Lizenz.